Wie Fotoqualität den Verkaufspreis beeinflusst: Was die Daten zeigen
Dass gute Fotos beim Verkauf helfen, weiß jeder. Aber wie viel genau? Lohnt sich der Aufwand? Oder ist das nur ein Gefühl?
Wir haben uns die aktuellen Studien aus 2024 und 2025 angeschaut. Die Zahlen sind eindeutiger, als wir erwartet hatten.
Die ersten Sekunden entscheiden
Käufer scrollen heute durch Dutzende Inserate. Sie entscheiden in Sekunden, ob sie klicken oder weiterscrollen.
Eine Studie von Redfin zeigt: Bei hochwertigen Fotos schauen Interessenten im Schnitt 20 Sekunden auf ein Inserat. Bei schlechten Fotos sind es nur 2 Sekunden. Das ist ein zehnfacher Unterschied.
Und was schauen sie an? 60% der Zeit geht für die Bilder drauf. Nur 20% für den Beschreibungstext. Die Fotos tragen also den Großteil der Überzeugungsarbeit.
Mehr Aufrufe, mehr Anfragen
Professionelle Fotos wirken sich direkt auf die Reichweite aus:
- 118% mehr Aufrufe auf Immobilienportalen (Redfin)
- 61% höhere Klickrate in den Suchergebnissen (PhotoUp)
- 137% mehr Merklisten-Einträge auf Zillow (Zillow Research)
- 3 bis 4 mal mehr Anfragen von Interessenten (PhotoUp)
Das bedeutet: Doppelt so viele Leute sehen das Objekt. Und von denen melden sich drei bis vier mal so viele. Der Trichter wird an beiden Enden größer.
Höherer Verkaufspreis
Hier wird es interessant. Laut mehreren Studien verkaufen sich Objekte mit professionellen Fotos nicht nur schneller, sondern auch teurer.
Die Zahlen variieren je nach Preissegment:
| Objektpreis | Durchschnittlicher Mehrerlös |
|---|---|
| 200.000 - 400.000 € | 3.400 - 5.000 € |
| 400.000 - 500.000 € | ca. 11.200 € |
| 500.000 - 1 Mio. € | 10.000 - 15.000 € |
Eine Redfin-Studie fand außerdem: Objekte mit den schärfsten 10% der Fotos verkaufen sich in 44% der Fälle zum Listenpreis oder darüber. Bei durchschnittlichen Fotos sind es nur 13%.
Noch deutlicher: Der Preis pro Quadratmeter liegt bei hochwertig fotografierten Objekten im Schnitt 47% höher als bei Inseraten mit schlechten Bildern.
Schnellerer Verkauf
Zeit ist Geld. Je länger ein Objekt auf dem Markt sitzt, desto schwieriger wird der Verkauf. Käufer fragen sich: Was stimmt da nicht?
Die Daten von VHT zeigen: Professionell fotografierte Objekte verkaufen sich 32% schneller. Im Schnitt sinkt die Vermarktungszeit von 123 auf 89 Tage.
Noch schneller geht es mit speziellen Aufnahmetechniken:
- Drohnenfotos: 68% schnellerer Verkauf
- 3D-Rundgänge: 31% schnellerer Verkauf
- HDR-Fotografie: 50% schnellerer Verkauf
Die Rechnung für Makler
Was kostet professionelle Fotografie? In den USA liegt der Durchschnitt bei ca. 230 Dollar pro Shooting. In Deutschland sind es ähnliche Beträge, je nach Umfang zwischen 150 und 400 Euro.
Rechnen wir konservativ: 200 Euro für den Fotografen, 3.400 Euro Mehrerlös beim Verkauf. Das ist ein ROI von über 1.600%.
Selbst wenn nur jedes zweite Objekt einen Mehrerlös bringt, lohnt sich die Investition deutlich.
Was Käufer erwarten
Die Ansprüche steigen. Laut Matterport schauen sich 90% der Interessenten eher ein Objekt an, wenn es einen virtuellen Rundgang gibt. 63% geben sogar ein Angebot ab, ohne das Objekt vorher persönlich gesehen zu haben.
Bei Grundrissen ist es ähnlich: 20% der Käufer ignorieren Inserate komplett, wenn kein Grundriss vorhanden ist. 52% klicken eher auf ein Inserat mit Grundriss als auf eines ohne.
Die optimale Anzahl
Mehr ist nicht immer besser. Zillow hat untersucht, wie viele Fotos ideal sind.
Das Ergebnis: 22 bis 27 Bilder. Weniger als 9 Fotos senken die Verkaufswahrscheinlichkeit um 20% innerhalb der ersten 60 Tage. Mehr als 28 bringen keinen zusätzlichen Vorteil (außer bei sehr großen Objekten über 400 qm).
Ein Inserat mit nur einem Foto steht im Schnitt 70 Tage auf dem Markt. Eines mit 20 Fotos nur 32 Tage.
Was bedeutet das für Makler?
Die Daten sind schön. Aber was machen Sie jetzt damit? Hier sind die konkreten Schlussfolgerungen:
1. Jedes Objekt verdient gute Fotos
Auch bei günstigeren Objekten, bei denen sich ein Fotograf "nicht lohnt". Die Rechnung ist einfach: Wenn professionelle Fotos den Verkaufspreis um nur 1-2% erhöhen, ist die Investition mehr als gedeckt.
2. Schlechtes Wetter ist kein Grund für schlechte Fotos
32% der Vermarktungszeit hängen von der Fotoqualität ab. Wenn Sie bei grauem Himmel fotografieren müssen, gibt es heute Möglichkeiten, das nachträglich zu korrigieren. Ein zweiter Fototermin bei Sonnenschein kostet Zeit und Geld.
3. Die Anzahl zählt
22 bis 27 Fotos sind optimal. Weniger als 9 schadet messbar. Mehr als 30 bringt nichts. Planen Sie Ihre Aufnahmen entsprechend.
4. Das erste Bild ist das wichtigste
Käufer entscheiden in 2-20 Sekunden. Das Titelbild muss sofort überzeugen. Investieren Sie hier die meiste Sorgfalt.
5. Grundrisse nicht vergessen
20% der Käufer ignorieren Inserate ohne Grundriss komplett. Das ist verlorenes Potenzial.
Fazit
Die Zahlen sind klar: Gute Fotos sind keine Kosmetik. Sie beeinflussen direkt, wie viele Leute ein Objekt sehen, wie schnell es sich verkauft und zu welchem Preis.
Für Makler bedeutet das: Professionelle Fotografie ist keine Ausgabe. Es ist eine Investition mit messbarem Return.
Quellen: