· Aktualisiert: · Marc Hendricks

Immobilienfotos mit dem Smartphone

Immobilienfotos mit dem Smartphone

Für Immobilienfotos reicht das Smartphone, das Sie ohnehin dabei haben. Ob die Bilder auf ImmobilienScout24 und Immowelt professionell wirken, hängt vor allem an Licht, Perspektive und vier Einstellungen, die in jeder Kamera-App schon vorhanden sind: Raster an, HDR automatisch, Motiv antippen, Blitz aus.

Käufer verbringen 60% ihrer Zeit mit den Fotos eines Inserats, und Objekte mit professionellen Bildern bekommen 118% mehr Aufrufe (Redfin). Der Unterschied reicht bis in den Verkaufspreis.

Warum werden Smartphone-Immobilienfotos oft schlecht?

Das Smartphone ist immer dabei, und genau das wird oft zum Problem: Sie kommen zum Termin, die Sonne steht ungünstig, aber die Zeit drängt. Also wird schnell geknipst.

Schiefe Linien sind der Klassiker. Das Haus kippt nach hinten, weil die Kamera beim Auslösen leicht nach oben geneigt war. Bei Innenaufnahmen kämpfen Sie mit der Belichtung: Der Raum ist zu dunkel, die Fenster überstrahlen. Dazu kommt der graue Himmel, der auf Fotos oft noch trister aussieht als in echt, und die Weitwinkellinse verzerrt alles, was am Bildrand liegt. Das meiste davon lässt sich schon bei der Aufnahme vermeiden.

Welche Smartphone-Einstellungen brauche ich für Immobilienfotos?

Vier Einstellungen stellen Sie einmal ein und lassen sie dann so:

Raster aktivieren: Fast jede Kamera-App kann ein Gitternetz im Sucher einblenden. Damit sehen Sie sofort, ob das Smartphone gerade ist. Die Einstellung finden Sie meist unter "Kamera" in den Systemeinstellungen.

HDR auf automatisch: HDR kombiniert mehrere Belichtungen zu einem Bild. Besonders bei Innenaufnahmen hilft das, weil Sie dort gleichzeitig dunkle Ecken und helle Fenster im Bild haben.

Auf das Motiv tippen: Wenn Sie auf dem Display auf das Gebäude tippen, stellt die Kamera Schärfe und Belichtung darauf ein. Sonst orientiert sie sich am hellen Himmel und das Haus wird zu dunkel.

Blitz aus: Der eingebaute Blitz erzeugt harte Schatten und verfälscht die Farben. Lassen Sie ihn aus und arbeiten Sie mit dem vorhandenen Licht.

Wie nutze ich das Licht richtig?

Schlechtes Licht können Sie mit dem Smartphone kaum nachträglich ausgleichen, das Foto muss also von Anfang an stimmen. Draußen meiden Sie die Mittagssonne, weil sie harte Schatten wirft. Bedeckter Himmel ist für Gebäudefotos eigentlich ideal, weil das Licht weich und gleichmäßig fällt, und die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang funktioniert ebenfalls gut.

Drinnen fotografieren Sie tagsüber und schalten trotzdem alle Lichter ein, weil Tageslicht und Kunstlicht zusammen den Raum gleichmäßiger ausleuchten. Gegen ein Fenster zu fotografieren geht dagegen selten gut: Die Kamera belichtet auf die helle Fläche, der Rest wird zu dunkel.

Bei grauem Himmel müssen Sie den Termin nicht verschieben. Fotografieren Sie trotzdem und tauschen Sie den grauen Himmel nachträglich gegen blauen.

Aus welchem Winkel fotografiere ich Immobilien?

Die Perspektive entscheidet, ob ein Raum großzügig oder beengt wirkt. Halten Sie das Smartphone auf Brusthöhe statt auf Augenhöhe, sonst kippen Möbel optisch nach vorne. Auf Brusthöhe entspricht der Blickwinkel dem, was jemand beim Betreten des Raums sieht.

Stellen Sie sich dann in eine Ecke und fotografieren Sie diagonal durch den Raum, so bekommen Sie zwei Wände ins Bild und der Raum wirkt größer. Frontale Aufnahmen auf eine einzelne Wand sehen flach aus. Auch der Türrahmen ist ein guter Standpunkt, weil er die Proportionen zeigt und Betrachtern Orientierung gibt. Bei Außenaufnahmen nehmen Sie das Haus schräg auf, im 45-Grad-Winkel mit Vorderseite und einer Seite im Bild, das wirkt räumlicher als frontal.

Welche Fehler sollte ich vermeiden?

Manche Fehler sehen Sie auf dem kleinen Display nicht, aber am Rechner fallen sie sofort auf.

Finger am Rand: Passiert öfter als man denkt. Bei Weitwinkel reicht ein kleiner Finger, der ins Bild ragt.

Sie selbst im Spiegel: Spiegel, Fernseher, Glasschränke. Wenn Sie beim Kontrollieren des Fotos plötzlich sich selbst entdecken, müssen Sie nochmal ran.

Zu viel im Bild: Nur weil der Weitwinkel alles erfasst, muss nicht alles rein. Ein Foto, das zu viel zeigt, wirkt unruhig.

Schiefe Wände: Türrahmen und Fenster sollten senkrecht sein. Kontrollieren Sie das mit dem Gitternetz, bevor Sie auslösen.

Unordnung: Kabel, Schuhe, persönliche Gegenstände. Das fällt auf Fotos stärker auf als vor Ort. Entweder vorher wegräumen oder nachträglich entfernen lassen.

Wie verbessere ich Smartphone-Fotos nachträglich?

Manchmal stimmt trotzdem etwas nicht: schiefer Horizont, fade Farben, eine Mülltonne im Vordergrund. Horizont begradigen, Helligkeit anpassen und Kontrast erhöhen geht direkt in der Foto-App Ihres Smartphones, ausführlicher steht das im Vergleich der Fotosoftware für Makler.

Alles darüber hinaus läuft über KI-Tools zur Fotooptimierung. Sie laden das Bild hoch, die Software korrigiert Belichtung, Farben und Gesamteindruck automatisch. Grauen Himmel tauscht sie gegen blauen, erkennt dabei die Konturen des Gebäudes und passt die Beleuchtung an. Mülltonnen, parkende Autos oder Kabel entfernt sie und füllt den Hintergrund passend auf.

Häufige Fragen zu Smartphone-Immobilienfotos

Brauche ich ein Stativ für Smartphone-Fotos?

Für Außenaufnahmen bei Tageslicht nicht zwingend. Bei Innenaufnahmen mit wenig Licht hilft ein günstiges Smartphone-Stativ (ab 15 Euro), weil es längere Belichtungszeiten ohne Verwacklung ermöglicht.

Welche Kamera-App eignet sich am besten?

Die vorinstallierte Kamera-App reicht in den meisten Fällen aus. Für mehr Kontrolle über Belichtung und Weißabgleich bieten Apps wie ProCamera oder Lightroom Mobile zusätzliche Einstellungen.

Soll ich im Hoch- oder Querformat fotografieren?

Querformat (Landscape). Immobilienportale zeigen Bilder im Querformat an, Hochformatbilder werden beschnitten und zeigen nur einen Ausschnitt. Ausnahme: Treppenhäuser oder hohe Räume, bei denen das Hochformat die Proportionen besser zeigt.


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