Immopix-Studie

Immobilienfotos in Deutschland 2026

Immopix · 29. Mai 2026 · Lesezeit ca. 8 Minuten

Diese Studie zeigt, welche Änderungen deutsche Makler an Inseratsfotos vornehmen lassen und welche Ergebnisse sie verwerfen. Dafür haben wir über 4.000 Fotos und über 6.000 KI-Bearbeitungen aus 275 Maklerbüros ausgewertet.

4.000+
Inseratsfotos
2,5
Korrekturen pro Foto
96 %
Annahmequote
2,2×
Himmelkorrektur im Winter

Die meisten Korrekturen betreffen Licht und Farben

Belichtung und Farben machen 38 Prozent aller Korrekturen aus. Danach folgen störende Objekte, Deko und Details, Wetter sowie virtuelle Möblierung. Pro hochgeladenem Foto kommen im Schnitt 2,5 Korrekturen zusammen, häufig innerhalb einer Bearbeitung.

Abb. 1

Anteil aller Bildkorrekturen nach Kategorie

Belichtung & Farben 38 %
Störendes & Unordnung entfernen 27 %
Deko & Details ergänzen 14 %
Grauer Himmel & Wetter 12 %
Virtuelle Möblierung 9 %
Inseratsfoto vor der KI-Bearbeitung: trüber Tag, flaue Farben

Vorher

Inseratsfoto nach der KI-Bearbeitung: hellerer Himmel, klarere Farben

Nachher · KI-bearbeitet

Belichtung und Farben (38 %). Schwieriges Licht führt zu dunklen Räumen, flauen Farben oder harten Schatten. Deshalb ist die Belichtungskorrektur mit Abstand der häufigste Eingriff. Unser Glossar erklärt, was bei einer Belichtungskorrektur passiert.

Störende Objekte (27 %). Mehr als jede vierte Korrektur entfernt störende Objekte wie Mülltonnen, parkende Autos, Kabel oder persönliche Gegenstände.

Deko und Details (14 %). Kleine Akzente wie frische Blumen oder ordentlich gelegte Handtücher machen einen Raum einladender, ohne ihn zu verändern.

Grauer Himmel und Wetter (12 %). Ein Himmelaustausch macht Außenaufnahmen von trüben Tagen freundlicher. Die Nachfrage nach dieser Korrektur schwankt im Jahresverlauf deutlich. Mehr zum Verfahren steht im Glossareintrag Sky Replacement.

Leere Räume (9 %). Bei einer virtuellen Möblierung ergänzt die KI eine passende Einrichtung. So können Interessenten die Nutzung eines leeren Zimmers besser einschätzen. Unter den bearbeiteten Innenraumfotos enthielten 34 Prozent eine Möblierung.

Makler bevorzugen sichtbare Korrekturen

Bei 94 Prozent der Bearbeitungen wählen Makler die kräftige Variante. Die zurückhaltende Variante kommt nur selten zum Einsatz. In den meisten Fällen soll der Unterschied zum Original klar erkennbar sein.

Was vor der Kamera steht

Unter den raumbezogenen Innenfotos kommt das Wohnzimmer am häufigsten vor. Danach folgen Badezimmer, Küche, Flur und Schlafzimmer.

Abb. 2

Verteilung der raumbezogenen Innenfotos

Wohnzimmer 28 %
Badezimmer 16 %
Küche 13 %
Flur 13 %
Schlafzimmer 13 %
Leeres Wohnzimmer vor der virtuellen Möblierung

Vorher

Wohnzimmer nach virtueller Möblierung

Nachher · KI-bearbeitet

Im Winter lassen Makler den Himmel häufiger korrigieren

Im Januar 2026 enthielten 65,7 Prozent aller KI-Bearbeitungen eine Himmelkorrektur, im Mai waren es 13,3 Prozent. Keine andere ausgewertete Korrektur schwankt so deutlich mit der Jahreszeit.

Abb. 3

Monatlicher Anteil der KI-Bearbeitungen mit Himmelkorrektur

Außenaufnahme vor der Himmelkorrektur

Vorher

Außenaufnahme nach der Himmelkorrektur

Nachher · KI-bearbeitet

Im Winter (Januar und Februar) enthielten 37,9 Prozent der Bearbeitungen eine Himmelkorrektur. Im Frühjahr (April und Mai) waren es 17,1 Prozent. Damit war der Anteil im Winter rund 2,2-mal so hoch. Da wir Anteile statt absoluter Mengen vergleichen, verzerrt das Wachstum der Plattform diesen Unterschied nicht.

Außenaufnahmen wirken in den dunklen Monaten häufiger trüb und flau. Entsprechend nutzen Makler die Himmelkorrektur vor allem im Winter. Im Frühjahr geht der Bedarf deutlich zurück.

Methodischer Hinweis: Der Datensatz umfasst nur die ersten fünf Monate 2026. Eine Auswertung über zwölf Monate kann den saisonalen Verlauf genauer zeigen. Der Unterschied zwischen Winter und Frühjahr ist in den vorliegenden Daten bereits messbar.

Makler übernehmen 96 Prozent der Bearbeitungen

Makler übernehmen 96 Prozent aller KI-Bearbeitungen ins Inserat. Mit der Annahmequote messen wir, welche Ergebnisse sie tatsächlich verwenden. Grundlage sind über 6.000 ausgewertete Bearbeitungen. 4 Prozent davon wurden gemeldet und verworfen.

Annahmequote

96 %

der ausgewerteten KI-Bearbeitungen übernehmen Makler ins Inserat.

Meist reicht ein Anlauf

62 Prozent der bearbeiteten Fotos sind nach einem Durchlauf fertig. Weitere 20 Prozent benötigen zwei Bearbeitungen, 13 Prozent drei. Bei 6 Prozent sind vier oder mehr Durchläufe nötig.

Abb. 4

Anzahl der Bearbeitungen pro Foto

1 Bearbeitung 62 %
2 Bearbeitungen 20 %
3 Bearbeitungen 13 %
4 oder mehr 6 %

Wo Makler der KI Grenzen setzen

Makler verwerfen 4 Prozent der KI-Bearbeitungen. Der häufigste Grund sind veränderte oder erfundene bauliche Merkmale. Dazu zählen etwa ein zusätzliches Fenster, eine versetzte Tür oder eine veränderte Wand. Solche Eingriffe machen mehr als ein Drittel aller Beanstandungen aus.

Abb. 5

Verteilung der Ablehnungsgründe

KI erfindet oder verändert bauliche Merkmale 34 %
Keine sichtbare Veränderung 24 %
Zu stark oder falsch bearbeitet 18 %
Anweisung nicht umgesetzt 16 %
Qualität oder Format 8 %
Berliner Altbau vor der KI-Bearbeitung

Vorher

Berliner Altbau nach der KI-Bearbeitung mit veränderten baulichen Details

Nachher · KI-bearbeitet

In diesem Beispiel hat die KI Details an der Fassade verändert und den Baum entfernt. Der Makler hat die Bearbeitung deshalb abgelehnt. Fotos dürfen optisch verbessert werden, dauerhafte bauliche Merkmale müssen jedoch erhalten bleiben.

Auch rechtlich dürfen Fotos nicht täuschen

Ein Foto kann nach Paragraf 5 UWG als irreführend gelten, wenn es einen Mangel verdeckt oder ein kaufrelevantes Merkmal verändert. Ab dem 2. August 2026 gilt zusätzlich Artikel 50 des EU AI Act. Er verlangt, dass KI-veränderte Bilder als solche erkennbar sind.

Immopix prüft jede KI-Bearbeitung automatisch auf Veränderungen an Fenstern, Türen, Wänden und der Dachform. 96,2 Prozent bestehen diese Prüfung ohne Beanstandung. Bei 3,8 Prozent erkennt die Prüfung eine mögliche bauliche Veränderung, 2,3 Prozent erreichen die höchste Warnstufe. In diesen Fällen sehen Makler einen deutlichen Hinweis, bevor sie das Bild ins Inserat übernehmen.

Unsere Beiträge zur Kennzeichnungspflicht für KI-Fotos und zum EU AI Act für Makler erklären die Kennzeichnung Schritt für Schritt.

Was Makler in eigenen Anweisungen verlangen

Bei 33 Prozent der über 6.000 Bearbeitungen geben Makler eine eigene Anweisung ein, statt eine vorgefertigte Bearbeitung zu wählen. Wir haben alle über 2.000 Texte ausgewertet. Jede sechste Anweisung fordert ausdrücklich, das Original zu bewahren und nichts zu erfinden.

Abb. 6

Themen der frei formulierten Anweisungen

Möbel & Einrichtung ändern 39 %
Objekte & Unordnung entfernen 38 %
Helligkeit & Belichtung 26 %
Wände, Böden & Farben 24 %
Garten, Grün & Jahreszeit 24 %
Original bewahren, nichts erfinden 16 %
Fenster, Türen & Vorhänge 14 %
Himmel & Wetter 8 %

Eine Anweisung nennt oft mehrere Wünsche, deshalb summieren sich die Anteile auf mehr als 100 Prozent.

Terrasse vor der KI-Bearbeitung

Vorher

Terrasse mit ergänztem Whirlpool und Sitzgruppe nach Maklerwunsch

Nachher · KI-bearbeitet

Im Beispiel bat der Makler die KI in einer eigenen Anweisung, einen Whirlpool und eine Sitzgruppe mit Teppich auf der Terrasse zu ergänzen.

Makler weisen die KI vor allem an, aufzuräumen oder Räume zu möblieren. Danach folgen Helligkeit, Wandfarben und Gartengestaltung. Himmel und Wetter kommen seltener vor. Anweisungen, die einen Mangel verstecken sollen, fehlen im Datensatz fast vollständig. Wenn Makler Mängel erwähnen, bitten sie meist um eine Reinigung oder Reparatur. In den ausgewerteten Texten finden wir keinen Hinweis auf eine breite Nutzung für gefälschte Inseratsfotos.

Was sich aus den Daten ableiten lässt

Makler setzen KI im Jahr 2026 vor allem für alltägliche Korrekturen ein und prüfen die Ergebnisse. Ab dem 2. August kommt mit Artikel 50 des EU AI Act eine Kennzeichnungspflicht hinzu. An den häufigsten Ablehnungsgründen sehen wir, dass Makler schon heute besonders auf bauliche Veränderungen achten.

Kernerkenntnisse

  • 1

    Makler verwenden die meisten Ergebnisse direkt. Sie übernehmen 96 Prozent der Bearbeitungen ins Inserat. 62 Prozent der Fotos sind nach einem Durchlauf fertig.

  • 2

    Bauliche Merkmale sind die wichtigste Qualitätsgrenze. Erfundene oder veränderte Fenster, Türen und Wände verursachen 34 Prozent der Beanstandungen. Ab dem 2. August 2026 müssen Makler zusätzlich die Kennzeichnungspflicht beachten.

  • 3

    KI übernimmt vor allem alltägliche Bildkorrekturen. Belichtung und Farben führen die Auswertung an. Danach folgen störende Objekte, Deko und Details, Wetter sowie virtuelle Möblierung.

Wie stark gute Fotos die Verkaufsdauer oder den Preis beeinflussen, kann diese Studie nicht beantworten. Verlässliche deutsche Zahlen dazu sind selten. Viele kursierende Werte stammen von Anbietern selbst und sind nicht unabhängig belegt. Deshalb beschränken wir unsere Aussagen auf die eigenen Daten.

Weiterlesen

Praktische Hinweise finden Sie in den Beiträgen Immobilienfotos selber machen und Immobilienfotos mit dem Smartphone. Unter Services sehen Sie alle verfügbaren Bearbeitungen.

Anhang

Häufige Fragen

Wie viele Fotos braucht ein Immobilieninserat?

ImmoScout24 erlaubt bis zu 150 Bilder pro Inserat, Immowelt bis zu 99. Meist reichen 10 bis 20 aussagekräftige Fotos, wenn sie alle Räume, den Außenbereich und den Grundriss zeigen. Wichtiger als die genaue Anzahl ist eine Auswahl gut belichteter und aufgeräumter Aufnahmen.

Was ist das häufigste Problem an Immobilienfotos?

Belichtung und Farben stehen mit 38 Prozent aller Korrekturen an erster Stelle. Danach folgen störende Objekte mit 27 Prozent und Deko oder Details mit 14 Prozent.

Darf man Immobilienfotos mit KI bearbeiten?

Ja, solange das Foto das Objekt weiterhin wahrheitsgemäß zeigt. Makler dürfen Belichtung und Himmel optimieren, Unordnung entfernen oder leere Räume virtuell möblieren. Dauerhafte Eigenschaften zu verändern oder Mängel zu verstecken, kann dagegen nach Paragraf 5 UWG irreführend sein. Wo die Bildretusche aufhört und Täuschung anfängt, hängt vom Einzelfall ab.

Muss ich KI-bearbeitete Immobilienfotos kennzeichnen?

Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 des EU AI Act, dass KI-generierte oder KI-veränderte Bilder als solche erkennbar sind. Virtuelle Möbel sollten Sie klar als Visualisierung kennzeichnen, damit keine falsche Erwartung entsteht.

Verkaufen sich Immobilien mit guten Fotos schneller?

Diese Studie kann den Effekt auf Verkaufsdauer und Preis nicht beziffern. Belastbare deutsche Zahlen dazu sind selten, und viele kursierende Werte stammen von Anbietern selbst. Gute Fotos prägen jedoch den ersten Eindruck, bevor Interessenten den Text des Inserats lesen.

Lohnt sich virtuelles Möblieren bei leeren Räumen?

Virtuelle Möbel helfen Interessenten, die Nutzung und Größe eines leeren Raums einzuschätzen. In dieser Studie enthielt jedes dritte bearbeitete Innenraumfoto eine virtuelle Möblierung. Kennzeichnen Sie diese als Visualisierung, damit beim Besichtigungstermin keine falsche Erwartung entsteht.

Wie zuverlässig ist KI-Bildbearbeitung für Immobilienfotos?

Makler übernahmen 96 Prozent der ausgewerteten KI-Bearbeitungen ins Inserat und verwarfen 4 Prozent. Der häufigste Ablehnungsgrund waren erfundene oder veränderte Fenster, Türen und andere bauliche Merkmale. Unsere automatische Prüfung markiert mögliche Veränderungen, bevor Makler das Bild verwenden.

Was wünschen sich Makler am häufigsten von der KI?

Ein Drittel der Bearbeitungen enthält eine frei formulierte Anweisung. Am häufigsten nennen Makler Möbel und Einrichtung (39 Prozent) oder das Entfernen störender Objekte (38 Prozent). Danach folgen Helligkeit, Wandfarben und Gartengestaltung. Jede sechste Anweisung fordert ausdrücklich, bauliche Details nicht zu verändern.

Für Presseanfragen oder die Nutzung der Zahlen mit der Quellenangabe "Immopix-Studie 2026" schreiben Sie an contact@immopix.ai.

3 Bilder kostenlos, ohne Kreditkarte

Laden Sie ein Immobilienfoto hoch und Immopix korrigiert innerhalb einer Minute Himmel, Räume und störende Details.

Kostenlos testen