· Aktualisiert: · Marc Hendricks

Bessere Fotos, höherer Preis: Was Studien zeigen

Bessere Fotos, höherer Preis: Was Studien zeigen

Dass gute Fotos beim Verkauf helfen, hält jeder Makler für plausibel. Die Zahlen, die dazu durch die Branche laufen, sind allerdings älter und dünner, als ihr Auftritt vermuten lässt. Die beiden Auswertungen, auf die sich am Ende fast alles zurückführen lässt, stammen von Redfin (2013) und VHT Studios (2014), beide aus dem US-Markt. Interessant sind sie trotzdem, man muss nur genau lesen, was dort gemessen wurde.

Was diese Studien zeigen können und was nicht

Beide Auswertungen vergleichen Inserate miteinander: solche mit professionellen Fotos gegen solche ohne. Damit zeigen sie einen Zusammenhang, keine Ursache. Objekte, für die jemand einen Fotografen bucht, unterscheiden sich häufig auch sonst von den anderen, etwa in Lage, Zustand oder darin, wie sorgfältig der Makler insgesamt arbeitet. Wie viel des Unterschieds tatsächlich auf die Fotos entfällt, lässt sich aus diesen Daten nicht herauslösen.

Dazu kommt der Kontext: US-Märkte der Jahre 2013 und 2014, andere Portale, andere Preise, andere Kaufkraft als in Deutschland heute. Ein weiterer Teil der Zahlen, die sonst noch kursieren, stammt von Anbietern, die Fotografie oder virtuelle Rundgänge verkaufen, meist ohne veröffentlichte Methodik. Die haben wir hier weggelassen.

Die Preisunterschiede bei Redfin

Redfin verglich 2013 US-Inserate mit DSLR-Fotos gegen Inserate mit einfachen Bildern. In der Gruppe mit DSLR-Fotos wurden Objekte zwischen 200.000 und 1 Mio. US-Dollar im Schnitt 3.400 bis 11.200 US-Dollar näher am Angebotspreis verkauft als in der Vergleichsgruppe. Das sind Dollar-Beträge aus dem US-Markt von 2013, keine Euro und keine Prognose für ein Reihenhaus in Dortmund.

Ein weiterer Befund aus derselben Auswertung:

  • Inserate mit den schärfsten 10% der Fotos gingen in 44% der Fälle zum Angebotspreis oder darüber weg, bei durchschnittlichen Fotos in 13% der Fälle.

Die Vermarktungsdauer bei VHT

VHT Studios, ein US-Anbieter für Immobilienfotografie, veröffentlichte 2014 eine Auswertung: professionell fotografierte Objekte standen demnach 32% kürzer am Markt, im Schnitt 89 statt 123 Tage.

Diese Zahlen kommen vom Anbieter selbst, der die Leistung verkauft, und sind nicht unabhängig geprüft. Sie taugen als Hinweis auf die Richtung, nicht als Planungsgrundlage.

Was daraus für deutsche Makler folgt

Ein Fotoshooting kostet in Deutschland je nach Umfang und Region grob 150 bis 400 Euro. Eine Rendite lässt sich daraus nicht ausrechnen, auch wenn das oft vorgeführt wird: Die Preisunterschiede bei Redfin sind Unterschiede zwischen Verkäufergruppen, nicht der Ertrag Ihrer Fotorechnung. Wer daraus eine ROI-Zahl bastelt, rechnet eine Korrelation in eine Rendite um.

Was bleibt, ist die praktische Seite. Das Titelbild entscheidet oft mit, ob jemand ein Inserat anklickt. Zeigen Sie jeden Raum, fotografieren Sie bei Tageslicht, und laden Sie kein Bild hoch, das Sie beim Durchscrollen selbst übergehen würden. Ein Nachholtermin bei besserem Wetter kostet zusätzlich Fahrt und Zeit; wo nur der graue Himmel stört, lässt er sich nachträglich austauschen, etwa mit unserem kostenlosen KI-Fotooptimierungstool.


Quellen:

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