· Marc Hendricks

Außenaufnahmen Immobilie: Der Leitfaden 2026

Außenaufnahmen Immobilie: Der Leitfaden 2026

Eine gute Außenaufnahme steht und fällt mit dem Winkel (45° von der Ecke, Kamera auf Brusthöhe, Brennweite um 28 mm), der Tageszeit passend zur Himmelsrichtung und einer aufgeräumten Umgebung. Mülltonnen weg, eigenes Auto nicht im Bild, Himmel idealerweise nicht trist. Wer das beachtet, bekommt ein Titelbild, das Käufer anklicken statt weiterzuscrollen.

Warum die Außenaufnahme über den Klick entscheidet

Interessenten verbringen laut Eye-Tracking-Studie von Virtuance rund 20 Sekunden auf dem Titelbild, bevor sie weitergehen. Alle folgenden Bilder bekommen im Schnitt nur noch 2 Sekunden. Das Titelbild entscheidet also praktisch allein über den Klick. Und bei fast jedem Inserat ist das die Außenansicht.

Die Zahlen dazu sind eindeutig:

  • Professionell fotografierte Inserate bekommen laut VHT Studios 118% mehr Aufrufe und verkaufen sich 32% schneller.
  • Immobilien mit guter "Curb Appeal", also starker Außenwirkung, erzielen laut peer-reviewed Studie 2025 einen Preisaufschlag von 7%, in schwachen Märkten sogar 10 bis 11%.
  • Inserate mit einem Twilight-Titelbild (Dämmerung, Innenlicht an) generieren laut Redfin 76% mehr Klicks.
  • Immowelt hat mit einer besseren Bildqualität in der Ergebnisliste in einem A/B-Test 14,7% mehr Exposé-Klicks erzielt.

Trotzdem ist die Bildqualität in Deutschland 2025 laut PrimePhoto im Schnitt eher schlechter geworden, weil viele Makler wieder aufs Smartphone zurückfallen. Das ist Ihre Chance, sich abzuheben.

Die beste Tageszeit: Nach Himmelsrichtung geplant

Die beste Tageszeit hängt davon ab, wohin die Fassade zeigt. Für die Hauptaufnahme sollte die zu zeigende Seite direktes, aber nicht steiles Sonnenlicht bekommen. Folgende Faustregel funktioniert in Deutschland das ganze Jahr:

Fassade zeigt nach Beste Tageszeit (Sommer) Beste Tageszeit (Winter) Vermeiden
Nord Mittags oder bewölkt Mittags (kurzes Fenster) Morgens und abends (komplett im Schatten)
Ost 8-10 Uhr 9-11 Uhr Nachmittag (im Schatten)
Süd 9-11 oder 16-18 Uhr 11-14 Uhr 12-14 Uhr Sommer (Hochstand, harte Schatten)
West 16-19 Uhr 14-16 Uhr Morgens (im Schatten)

Zwei besondere Zeitfenster lohnen den zweiten Anlauf:

  • Goldene Stunde (erste Stunde nach Sonnenaufgang, letzte Stunde vor Sonnenuntergang): warmes, weiches Licht, lange Schatten. Der Klassiker für Hochwertigkeit.
  • Blaue Stunde (20-30 Minuten nach Sonnenuntergang im Sommer, 15 Minuten im Winter): tiefblauer Himmel, alle Innenbeleuchtung an. Das Ergebnis ist das, was Redfin mit den 76% Mehrklicks meint. Planen Sie für die Blaue Stunde einen separaten Termin ein, nicht zwischen Tür und Angel.

Was Sie immer vermeiden sollten: Mittagssonne im Hochsommer (harte Schatten, ausgewaschene Farben) und Gegenlicht (Sonne hinter dem Haus, Fassade wird schwarz).

Welche Perspektive und Brennweite wirklich funktionieren

Mit diesen drei Regeln sehen Ihre Fotos schon deutlich professioneller aus.

Brennweite: Um 28 mm (Kleinbild-äquivalent). Das ist der Sweet Spot. 24 mm wirkt schon zu weitwinklig, Fassaden wölben sich sichtbar, Fenster an den Rändern wirken verzerrt. Bei Smartphone-Immobilienfotos heißt das: die Hauptkamera (1x) nutzen, nicht die Ultra-Weitwinkel-Linse (0.5x). iPhone Pro-Modelle haben einen expliziten 28-mm-Modus. Im Zweifel zwei Schritte zurückgehen, statt die 0.5x-Kamera zu aktivieren.

Kamerahöhe: Brusthöhe, nicht Augenhöhe. Etwa 1,40 bis 1,60 m. Bei zweigeschossigen Häusern gerne höher, notfalls von einer Treppenstufe aus oder aus dem Obergeschoss des Nachbarhauses (mit Einverständnis). Die Horizontlinie sollte möglichst auf der Höhe der Geschossdecke zwischen Erd- und Obergeschoss liegen.

Kamera gerade halten, stürzende Linien vermeiden. Wenn Sie nach oben kippen, um das Dach aufs Bild zu bekommen, fallen alle vertikalen Linien nach innen. Das Haus wirkt, als würde es nach hinten umkippen. Die Lösung: weiter weggehen, gerade halten und später unten abschneiden. Lightroom oder die iOS-Fotos-App haben eine automatische Geradestell-Funktion ("Upright"), die das in einem Klick korrigiert.

Die 45°-Eckperspektive zeigt zwei Seiten gleichzeitig und wirkt dadurch räumlich. Frontalaufnahmen wirken zweidimensional und flach. Nehmen Sie beide Ecken auf und lassen Sie den Makler oder den Eigentümer die bessere wählen.

Die 8 Pflichtaufnahmen außen

Für ein Einfamilienhaus oder Reihenhaus sollten Sie folgende acht Aufnahmen machen. Bei einer Eigentumswohnung reichen oft weniger, bei Mehrfamilienhäusern kommen Treppenhaus und Gemeinschaftsflächen dazu.

1. Fassade / Titelbild (Frontalaufnahme)

Die Hauptansicht der Vorderseite und in aller Regel das Titelbild des Inserats. Haustür geschlossen, Rollos auf Mittelstellung, Innenlicht an. Distanz so wählen, dass das Haus das Bild füllt mit etwa 10% Luft nach oben und an den Seiten.

2. Eckperspektive (45°)

Mindestens eine Aufnahme aus 45° von der attraktiveren Ecke. Zeigt Vorder- und Seitenansicht gleichzeitig. Oft das bessere Titelbild als die reine Frontale, besonders bei schmalen Reihenhäusern.

3. Eingangsbereich (Nahaufnahme)

Die unterschätzte Aufnahme. Haustür, Hausnummer, Klingel, Briefkasten im mittleren Abstand. Liefert dem Käufer das "Ankommen"-Gefühl. Mehr dazu weiter unten.

4. Straßenansicht

Aus etwa 15-20 m Distanz, vom gegenüberliegenden Gehweg aus. Zeigt das Haus im Kontext der Nachbarschaft. Warten Sie eine Verkehrslücke ab.

5. Seitenansichten

Pro verfügbarer Seite eine Aufnahme. Käufer brauchen sie, um den Grundriss zuzuordnen. Nur weglassen, wenn eine Seite direkt an die Brandwand des Nachbarhauses grenzt.

6. Garten / Rückansicht

Die Rückseite des Hauses plus den Garten. Idealerweise zwei Aufnahmen: einmal die Rückfassade frontal, einmal aus der hinteren Gartenecke mit Blick zur Terrasse. Terrasse mit zwei Stühlen und Tisch "dressen" konvertiert besser als leer.

7. Garage, Carport oder Stellplatz

Eigene Aufnahme. Bei offener Garage: vorher ausräumen oder aufräumen. Bei Stellplatz mit einem geparkten, neutralen Auto ist der Größenbeweis glaubhafter als ein leerer Asphaltfleck.

8. Detailaufnahmen

Vier bis sechs Nahaufnahmen: Türgriff, Hausnummer, Pflasterung, Natursteinsockel, moderne Fensterbeschläge, Solaranlage im Detail. Vier bis sechs Detailfotos heben den Gesamteindruck deutlich, ohne dass es aufgesetzt wirkt.

Der Eingangsbereich: Das unterschätzte Geld-Motiv

Der Eingangsbereich wird in vielen Ratgebern stiefmütterlich behandelt, obwohl er viel leistet. Er zeigt dem Käufer schon beim Scrollen, wie es sich anfühlt, vor der Haustür zu stehen.

Für die Aufnahme:

  • Brennweite 35-50 mm, nicht weitwinkliger. Sonst wird die Tür zu klein.
  • Kamera auf 1,40 m Höhe, Haustür mittig oder aus 30° Seitenversatz.
  • Weiches Licht bevorzugt. Bei Sonne direkt auf die Tür entstehen harte Schatten und Spiegelungen.
  • Türgriff polieren (Mikrofasertuch reicht), Türklinke gerade ausrichten.

Was vorher weg muss:

  • Werbeprospekte und Flyer im Briefkasten
  • Paketboten-Zettel, DHL-Aufkleber
  • Namensschilder an der Klingel unkenntlich machen in der Nachbearbeitung (DSGVO, dazu unten mehr)
  • Aufkleber mit politischen oder persönlichen Inhalten
  • Jahreszeitliche Dekoration, sofern sie nicht klar zum Objekt passt
  • Schuhe, Kinderroller, Umzugskartons
  • Eingangsteppiche mit Logos oder Sprüchen (neutraler Teppich oder keiner)

Ein sauberer Eingangsbereich vermittelt: Hier wird gepflegt. Liegen dagegen Schuhe, Kartons und Reklame herum, bleibt genau dieser Eindruck beim Käufer hängen.

Was muss vor dem Fototermin weg?

An den meisten schlechten Außenaufnahmen ist nicht die Kamera schuld, sondern das, was im Bild herumliegt. Gehen Sie die Checkliste vor dem Termin mit dem Eigentümer durch:

Pflicht weg:

  • Alle Mülltonnen (Restmüll, Gelber Sack, Bio, Papier) in Garage oder hinter die Hecke
  • Gelbe Säcke an Abholtagen: Fototermin wenn möglich auf den Tag nach der Abholung legen
  • Gartenschläuche, Gießkannen, Rasenmäher, Laubbläser
  • Wäscheständer, Wäscheleinen, hängende Wäsche
  • Kinderspielzeug, Sandkasten-Abdeckungen, Trampoline
  • Fußmatten mit "Willkommen"-Sprüchen oder Logos
  • Jahreszeitendeko (Halloween-Kürbisse, Osterhasen) außerhalb der Saison
  • Schneeschieber und Streusalzeimer im Sommer

Prüfen und entscheiden:

  • Markisen ausfahren, wenn sie sauber sind
  • Holzstapel: ordentlich gestapelt wirkt wie "Kamin", chaotisch wirkt unaufgeräumt
  • Gartenmöbel: "gestagt" mit Kissen besser als abgedeckt mit Planen
  • Mülltonnenboxen (feste Einhausungen) bleiben, die gehören zum Haus

Eigene Ausrüstung:

  • Ihr Auto als Makler gehört nie ins Bild. Parken Sie zwei Häuser weiter
  • Kamera-Ausrüstungskoffer aus dem Sichtfeld

Rechnen Sie 20-30 Minuten Vorbereitung ein, bevor die erste Aufnahme entsteht. Die Zeit holen Sie am Ergebnis doppelt wieder raus.

Parkende Autos, Mülltonnen, Nachbarhäuser: Was tun mit dem Unvermeidbaren?

Nicht alles lässt sich wegräumen. Manche Mülltonnen stehen an kommunalen Sammelplätzen. Der Nachbar hat sein Auto auf der Straße geparkt. Der Rollladen-Kasten über dem Nachbarfenster ist hässlich, aber dauerhaft. Für diese Fälle gibt es drei Strategien:

Strategie 1: Warten oder umpositionieren. Wenn das störende Objekt temporär ist (Lieferwagen, Nachbarauto, Paketbote), warten Sie 10-15 Minuten. Oft löst es sich von selbst. Alternativ: eine andere Ecke oder Perspektive finden, aus der das Objekt nicht im Bild ist.

Strategie 2: Zoomen und croppen. Mit 35 mm statt 28 mm ausgerüstet bleiben Sie nahe am Hauptmotiv. Nachbargebäude rutschen aus dem Bild. Das gibt eine engere Aufnahme, die sich ohnehin gut als zweites Foto eignet.

Strategie 3: In der Nachbearbeitung entfernen. Hier kommt der Unterschied zwischen temporär und dauerhaft ins Spiel. Temporäre Dinge zu entfernen ist rechtlich unproblematisch (siehe nächster Abschnitt). Mit einem KI-Tool wie Immopix und der Vorlage "Störendes entfernen" lassen sich Mülltonnen, parkende Autos, Baustellenmaterial und lose Gegenstände in rund einer Minute entfernen. Die Vorlage ist so eingestellt, dass sie nur Temporäres anfasst, keine permanenten Gebäudemerkmale.

Vorher - Außenaufnahme mit Mülltonnen und unaufgeräumter Straße Vorher
Nachher - Dieselbe Außenaufnahme ohne Mülltonnen, saubere Straßenansicht Nachher

Schmuddelwetter: So retten Sie den Termin

Deutschland hat im Schnitt rund 1.500 Sonnenstunden pro Jahr. Rein statistisch ist an den meisten Fototerminen der Himmel eher grau als blau. Zwei Strategien helfen, wenn Sie nicht auf besseres Wetter warten können:

Im Bild selbst:

  • Eng fotografieren, Himmel aus dem Bild schneiden
  • Innenbeleuchtung einschalten, auch tagsüber. Warme Fensterscheinwerfer gegen grauen Himmel wirken einladend
  • Nasser Asphalt und feuchte Pflastersteine sind Ihr Freund: Reflexionen geben dem Bild Tiefe. Trocknen Sie nur die Stufen vor der Haustür
  • Keine Regenwürfe auf der Linse: Objektiv häufig abwischen

In der Nachbearbeitung:

  • Himmel austauschen oder aufhellen. Ein KI-Tool wie Immopix ersetzt grauen Himmel in etwa einer Minute durch einen stimmigen blauen Himmel mit passendem Sonnenlicht. Die Schatten auf der Fassade werden automatisch angeglichen, damit das Ergebnis natürlich wirkt
  • Belichtung und Kontrast behutsam anheben. Weniger ist mehr
  • Grünflächen leicht sättigen, nicht übersättigen. Knallgrün wirkt künstlich
Vorher - Hausfassade bei grauem Himmel, flach und trist Vorher
Nachher - Dieselbe Hausfassade bei Sonnenschein und blauem Himmel Nachher

Gleiches gilt für Herbst- und Winteraufnahmen, die im Frühling verkauft werden sollen. Wenn eine Immobilie im November fotografiert, aber im April auf den Markt kommt, sehen kahle Bäume und braune Rasen wie ein falsches Signal aus. Auch hier lohnt sich die Frage, ob eine behutsame KI-Anpassung das Bild zeitneutraler macht.

Vorher - Außenaufnahme im Herbst mit kahlem Baum und grauem Licht Vorher
Nachher - Dieselbe Aufnahme im Sommerlicht mit grünem Rasen und belaubten Bäumen Nachher

Drohnen: Was in Wohngebieten erlaubt ist

Drohnenaufnahmen zeigen Grundstücksgrenzen, Dachflächen, Umgebung und sind laut Zillow für 81% der Käufer eine Entscheidungshilfe. Die rechtlichen Hürden in Deutschland sind aber real.

Unter der EU-Drohnenverordnung gilt seit 2024:

  • Drohnen unter 250 g (zum Beispiel DJI Mini-Serie) fallen in die offene Kategorie A1. Kein Führerschein nötig, aber ein Online-Kompetenznachweis A1/A3 (kostenlos, dauert etwa 40 Minuten).
  • Registrierungsnummer (e-ID) auf der Drohne ist Pflicht.
  • Maximale Flughöhe 120 m.
  • Kein Überflug über Menschenansammlungen. In Wohngebieten gilt: Abstand zu unbeteiligten Personen einhalten, möglichst über das eigene Grundstück fliegen.
  • Nachbargrundstück: Laut BGH V ZR 217/19 (2020) verletzt der Drohnenflug über ein Nachbargrundstück dessen Persönlichkeitsrecht. Ohne Einwilligung des Nachbarn bleiben Sie besser über der eigenen Grundstücksfläche.

Praktische Regel: Für ein Einfamilienhaus mit normalem Grundstück reichen Aufnahmen aus 15-30 m Höhe über dem eigenen Grundstück. Drohne über dem Haus, Kamera schräg nach unten, Horizont einbeziehen. Für die meisten Objekte ist eine einzige Drohnenaufnahme ausreichend, höchstens zwei.

Rechtssicher fotografieren: Nachbarn, Kennzeichen, KI-Kennzeichnung

Außenaufnahmen berühren vier Rechtsgebiete. Eine zusammenhängende Darstellung fehlt in den meisten Ratgebern, deshalb hier die Grundlagen auf einen Blick.

Nachbargebäude im Bild (Panoramafreiheit und KUG)

Die Panoramafreiheit nach § 59 UrhG erlaubt Aufnahmen von Gebäuden, die dauerhaft an öffentlichen Plätzen stehen, solange Sie vom öffentlichen Grund fotografieren. Die Nachbarfassade auf Ihrer Straßenaufnahme ist damit im Regelfall abgedeckt.

Problematisch wird es, wenn Personen erkennbar im Bild sind. Nach §§ 22, 23 KUG brauchen Sie dafür Einwilligung, außer die Personen sind "Beiwerk" und nicht erkennbar. Mehr Hintergrund dazu im Artikel zur DSGVO bei Immobilienfotos. Praxistipp: Gesichter verpixeln oder die Aufnahme wiederholen, wenn Passanten oder Nachbarn im Bild sind.

Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften ist der Nachbar zwangsläufig im Bild. Das ist unproblematisch, solange keine Personen erkennbar sind und nicht in private Bereiche (Balkon, Terrasse, Innenräume) fotografiert wird.

Kennzeichen parkender Autos

Die Datenschutzkonferenz (DSK) sieht Autokennzeichen allein nicht als personenbezogene Daten. Es gibt keine harte Pflicht, sie zu verpixeln. Die meisten Maklerverbände empfehlen es trotzdem, weil Kennzeichen plus Adresse plus Foto ein identifizierbares Profil ergeben können. Billige Versicherung gegen Abmahnungen.

Temporäre Objekte entfernen vs. dauerhafte Merkmale manipulieren

Das UWG verbietet irreführende Werbung. § 5 UWG greift, wenn Fotos einen objektiv falschen Eindruck von kaufentscheidenden Eigenschaften erzeugen. Das OLG Hamm hat 2013 (4 U 42/13) entschieden, dass Retuschen an Immobilienfotos irreführend sein können, wenn sie den tatsächlichen Zustand verändern.

Als Faustregel gilt:

  • Erlaubt (ohne Offenlegung): temporäre Objekte entfernen (Mülltonnen, parkende Autos, Baustellen beim Nachbarn, Wäscheleinen, Werbeplakate), Wetter korrigieren, Schatten aufhellen, Rasen frischer wirken lassen ohne die Fläche zu verändern
  • Nicht erlaubt: bauliche Mängel kaschieren (Risse, Feuchtigkeitsflecken), dauerhafte Objekte wegretuschieren, die den Wert beeinflussen (Strommast direkt vor dem Haus), Fassaden oder Anbauten verändern

Die Faustregel: Sie dürfen korrigieren, was sich zum Besichtigungstermin ohnehin geändert hätte. Was bei der Besichtigung noch steht, liegt oder hängt, bleibt dagegen auf dem Foto. Eine ausführliche Einordnung steht im Leitfaden zur rechtssicheren Bildbearbeitung.

EU AI Act ab August 2026: Was müssen Sie kennzeichnen?

Ab dem 2. August 2026 müssen KI-generierte oder durch KI wesentlich veränderte Bilder nach Artikel 50 EU AI Act erkennbar gekennzeichnet sein. Für Außenaufnahmen bedeutet das:

  • Himmelsaustausch: Kennzeichnungspflicht, weil es eine KI-Manipulation ist
  • Objekte entfernen (Autos, Mülltonnen): Kennzeichnungspflicht
  • Belichtung, Kontrast, Schärfe: keine Kennzeichnungspflicht, das gilt als Standard-Bildbearbeitung
  • Rasen oder Garten "frischer" wirken lassen: Graubereich, im Zweifel kennzeichnen

Die Kennzeichnung erfolgt in maschinenlesbaren Metadaten (C2PA) und optional als sichtbarer Hinweis im Exposé. Immopix bettet diese Metadaten automatisch ein. Bei den meisten anderen KI-Tools müssen Sie selbst daran denken.

Die 6 teuersten Anfängerfehler

  1. Mittagssonne fotografieren. Das Licht ist flach, Schatten sind hart, Farben wirken ausgewaschen. Besser: zwei Stunden warten.
  2. Mit 0.5x Ultra-Weitwinkel fotografieren. Die Fassade wölbt sich, Fenster an den Rändern sind verzerrt. Immer 1x oder mehr nutzen.
  3. Nach oben kippen. Stürzende Linien, das Haus wirkt, als würde es umfallen. Lieber weiter weg, gerade halten, unten croppen.
  4. HDR-Modus aktiviert lassen. Smartphone-HDR macht Außenaufnahmen flach und unnatürlich. Manuell belichten oder HDR abschalten.
  5. Gegenlicht. Sonne hinter dem Haus, Fassade wird schwarz. Sonne sollte 30-60° seitlich hinter Ihnen stehen.
  6. Eigenes Auto im Bild. Klassiker. Das Auto des Maklers oder Eigentümers gehört nie aufs Titelbild.

Häufige Fragen

Welche Tageszeit ist am besten für Außenaufnahmen?

Die Tageszeit richtet sich nach der Himmelsrichtung der Hauptfassade. Ost-Fassaden fotografieren Sie am besten zwischen 8 und 11 Uhr, West-Fassaden zwischen 16 und 19 Uhr, Süd-Fassaden früh morgens oder spät nachmittags. Nord-Fassaden funktionieren mittags oder bei bewölktem Himmel. Die Goldene Stunde (eine Stunde nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang) und die Blaue Stunde (kurz nach Sonnenuntergang mit eingeschalteter Innenbeleuchtung) liefern die hochwertigsten Ergebnisse.

Darf das Nachbarhaus auf dem Foto zu sehen sein?

Ja, wenn Sie vom öffentlichen Gehweg aus fotografieren. Die Panoramafreiheit nach § 59 UrhG erlaubt das. Problematisch wird es nur, wenn Personen erkennbar im Bild sind oder wenn Sie in private Bereiche (Balkon, Terrasse, Innenräume) fotografieren. Bei Reihenhäusern und Doppelhaushälften ist der Nachbar unvermeidbar im Bild, das ist zulässig.

Muss ich Kennzeichen parkender Autos unkenntlich machen?

Rechtlich nicht verpflichtend, Kennzeichen gelten nach DSK-Auffassung nicht als personenbezogene Daten. Trotzdem empfiehlt es sich, weil die Kombination aus Kennzeichen, Adresse und Foto eine Identifizierung erleichtert. In zwei Minuten Nachbearbeitung erledigt und eine günstige Versicherung gegen Abmahnungen.

Darf ich Mülltonnen und parkende Autos per KI entfernen?

Ja, weil es sich um temporäre Objekte handelt. Nach UWG § 5 liegt keine Irreführung vor, solange Sie keine dauerhaften Eigenschaften der Immobilie manipulieren. Ab dem 2. August 2026 müssen solche KI-Bearbeitungen allerdings nach Artikel 50 EU AI Act gekennzeichnet werden, idealerweise über maschinenlesbare Metadaten im Exposé.

Welche Brennweite sollte ich für Hausfassaden nutzen?

Rund 28 mm (Kleinbild-äquivalent) ist der Sweet Spot. Bei Smartphones entspricht das der Hauptkamera (1x), nicht der Ultra-Weitwinkel-Linse (0.5x). 24 mm wirkt schon zu weitwinklig mit sichtbarer Verzerrung an den Bildrändern. Für Detailaufnahmen und den Eingangsbereich sind 35-50 mm sinnvoll.

Darf ich Drohnen für Immobilienfotos einsetzen?

Ja, unter Auflagen. Für Drohnen unter 250 g (zum Beispiel DJI Mini) brauchen Sie einen kostenlosen Online-Kompetenznachweis A1/A3 und müssen die Drohne registrieren lassen. Flughöhe maximal 120 m, Abstand zu Personen einhalten, nicht über Nachbargrundstücke ohne Einwilligung. Der BGH hat 2020 (V ZR 217/19) entschieden, dass Drohnenflüge über Nachbargrundstücke deren Persönlichkeitsrecht verletzen.

Fazit

Gute Außenaufnahmen sind eine Mischung aus Vorbereitung, Timing und sauberer Nachbearbeitung. Konkret: 20 Minuten aufräumen bevor die Kamera rauskommt, die Tageszeit nach Himmelsrichtung wählen und bei Bedarf gezielt auf Goldene oder Blaue Stunde setzen. In der Nachbearbeitung korrigieren Sie grauen Himmel, störende Objekte und dunkle Schatten. Bauliche Mängel bleiben drin.

Mit Immopix erledigen Sie die Nachbearbeitung automatisch in rund einer Minute pro Bild. Die Vorlagen "Wetter aufbessern" und "Störendes entfernen" decken die drei häufigsten Probleme (grauer Himmel, Mülltonnen, parkende Autos) ab. Drei Bilder sind kostenlos, ohne Kreditkarte. Wenn Sie erst einmal prüfen möchten, wo Ihre aktuellen Außenaufnahmen stehen, hilft der kostenlose Foto-Check mit einem Score und konkreten Verbesserungstipps.

3 Bilder kostenlos – ohne Kreditkarte

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