Immobilien-Fotosoftware: 12 Tools ab 0,60 €
Immobilien-Fotosoftware bearbeitet Inseratsbilder am Rechner oder im Browser: Belichtung, Himmel, störende Objekte, virtuelle Möblierung. Drei Sätze entscheiden die Auswahl:
- Wenn Sie unter 30 Bilder im Monat bearbeiten und kein Photoshop können, nehmen Sie eine KI-Plattform mit Einzelabrechnung, ab 0,60 € pro Bild.
- Wenn Sie 200 Bilder und mehr im Monat durchschleusen, rechnet sich ein Monatsabo statt der Einzelabrechnung.
- Wenn ein Mensch jedes Ergebnis prüfen soll, buchen Sie einen manuellen Dienst, ab 2 € pro Bild und mit einem Tag Wartezeit.
Unten stehen zwölf Tools, die für den deutschen Markt relevant sind, mit Preisen und einer Empfehlung je Maklertyp. Stand: 30. August 2026. Die Preise haben wir an diesem Tag auf den Seiten der Anbieter nachgesehen; wo das nicht möglich war, steht es dabei.
Diese Seite vergleicht Browser- und Desktop-Werkzeuge, also den Arbeitsplatz mit Maus und großem Bildschirm. Wenn Sie unterwegs mit dem Handy aufnehmen und direkt dort korrigieren wollen, gehört Ihre Frage auf die Übersicht der Immobilien-Foto-Apps.
Was Fotosoftware für Immobilienmakler leisten muss
Vier Aufgaben tauchen in jedem Maklerportfolio auf:
- Wetter und Belichtung korrigieren. Grauer Himmel, dunkle Innenräume, falscher Weißabgleich. Deutschland hat rund 1.500 Sonnenstunden pro Jahr, die meisten Fototermine fallen also unter Bedeckung.
- Störendes entfernen. Mülltonnen, parkende Autos, Baugerüste, persönliche Gegenstände. Solche Details fallen Interessenten im Inserat auf.
- Leere Räume möblieren. Ein leerer Raum macht es Interessenten schwer, sich die eigene Einrichtung darin vorzustellen. Virtuelles Staging löst das digital.
- Stapelverarbeitung. 22 bis 27 Fotos pro Objekt sind nach Zillow-Daten optimal, bei zehn Objekten gleichzeitig sind das 220 bis 270 Bilder pro Monat. Manuelle Software wird hier zum Engpass.
Vergleichbar sind Tools über Geschwindigkeit pro Bild, Preis pro Bild und die Frage, ob das Ergebnis fotorealistisch bleibt. Ob ein Tool im Alltag dann wirklich benutzt wird, entscheiden Lernkurve und DSGVO-Konformität.
Vorher
Nachher · KI-bearbeitet
Vergleichstabelle: 12 Tools für Immobilien-Fotosoftware
Die Tabelle ist nach Preis pro Bild sortiert. Bei Abos steht der rechnerische Preis pro Bild nur dort, wo der Tarif ein festes Bildkontingent zusagt. Bei unbegrenzten Tarifen ist kein ehrlicher Einzelpreis möglich, deshalb steht dort der Monatspreis.
| Tool | Typ | Preis | Deutsch | Datenschutz |
|---|---|---|---|---|
| Immopix | KI, all-in-one | 1,00 € bis 0,60 € pro Bild (Einmal-Pakete) | Ja | Speicherung in Nürnberg, KI-Verarbeitung extern per AVV |
| Pedra.ai | KI, all-in-one | 29 €/Monat für 100 Credits (0,29 €/Bild), 239 €/Jahr für 1.200 Credits (0,20 €/Bild) | Ja (Oberfläche übersetzt) | Sitz in Barcelona, kein Serverstandort genannt |
| InstantDeco.ai | KI, Staging-Schwerpunkt | Basis 14 €/Monat für 8 Fotos (1,75 €/Bild), Pro 49 €/Monat unbegrenzt | Nein | Nicht dokumentiert |
| Autoenhance.ai | KI, Enhancement | Essential ab rund 29 $/Monat für 50 Bilder | Nein | Britischer Anbieter, kein DE-Server |
| Snapseed | Mobile-App, manuell | 0 € | Ja | Google-Datenverarbeitung |
| Pixlr | Online-Editor, manuell | Plus 2,49 €/Monat, Premium 9,99 €/Monat | Ja | International |
| Adobe Photoshop Express | Mobile-App, manuell | 0 € (mit Login) | Ja | Adobe-Datenverarbeitung |
| Canva Pro | Design-Tool, manuell | rund 12 €/Monat | Ja | International, EU-Server |
| Adobe Foto-Abo | Klassisch, manuell | 23,79 €/Monat inkl. MwSt. | Ja | Adobe-Datenverarbeitung |
| BoxBrownie | Manueller Dienst | 2 €/Bild Optimierung, 30 €/Bild Staging | Nein | Australisches Unternehmen |
| FIO Homestaging AI | KI, CRM-integriert | im FIO-Abo enthalten | Ja | Eigene DE-Server (Anbieterangabe) |
| Giraffe360 | Hardware + Service | ca. 360 $/Monat (Kamera + Software) | Teils | UK, kein DE-Server |
Am 30. August 2026 auf der Anbieterseite nachgesehen: Immopix, Pedra.ai, InstantDeco.ai, Pixlr, BoxBrownie und das Adobe Foto-Abo. Bei Autoenhance.ai, Canva Pro und Giraffe360 lädt die Preistabelle dynamisch nach oder ist nicht öffentlich; diese drei Zahlen stammen aus übereinstimmenden Drittangaben und sind entsprechend gerundet. FIO nennt keinen eigenen Preis.
KI-Spezialisten für Immobilienfotos
Vier KI-Anbieter sind für den deutschen Markt relevant. Der Ablauf ist überall gleich: Foto hochladen, Vorlage wählen, Ergebnis herunterladen. Die Unterschiede liegen beim Funktionsumfang, beim Serverstandort und beim Preismodell.
Immopix
Uns ist kein zweites deutsches Tool bekannt, das Wetter, Belichtung, Objektentfernung, virtuelles Staging und KI-Exposé so in einer Plattform bündelt wie Immopix. Acht Vorlagen decken die typischen Aufgaben ab: drei für Außenaufnahmen (Belichtung, Wetter, Störendes entfernen), fünf für Innenräume (Belichtung, Aufräumen, Deko, Virtuell möblieren, Möbel ersetzen). Jede Vorlage gibt es in zwei Intensitäten, Normal und Subtil, je nachdem wie deutlich die KI-Bildbearbeitung ausfallen soll.
Vorher
Nachher · KI-bearbeitet
Dazu kommen 4K-Upscaling, 2D-zu-3D-Grundrisse, ein KI-Exposé-Generator und Immobilienvideos aus 3 bis 20 Fotos. Titel, Logo, Kontakt-Abschlusskarte und Musik lassen sich direkt im Objekt festlegen. Eine REST-API mit Webhooks bindet das Tool an onOffice, FLOWFACT und Propstack an. App und Bilddaten liegen auf Servern in Nürnberg; die eigentliche Bildbearbeitung und Videoanimation laufen bei externen Modellanbietern außerhalb Deutschlands, abgesichert über Auftragsverarbeitungsverträge. Neue KI-bearbeitete JPEGs und Videos erhalten C2PA Content Credentials; JPEGs behalten zusätzlich EXIF-Angaben. Öffentliche Prüfdienste stufen unseren eigenen Aussteller derzeit nicht als vertrauenswürdig ein. Die Herkunftsangaben ersetzen keinen erforderlichen sichtbaren Hinweis im Inserat. Was fehlt: 360°-Touren und jede Art von Hardware-Integration.
Preis: 10er-Paket 9,99 € (1,00 €/Bild), 50er-Paket 39,99 € (0,80 €/Bild), 150er-Paket 99,99 € (0,67 €/Bild), 500er-Paket 299,99 € (0,60 €/Bild). Die Pakete sind Einmalkäufe ohne Abo. Drei Bilder gratis, ohne Kreditkarte.
Pedra.ai
Pedra.ai ist eine spanische Plattform mit Sitz in Barcelona, die nach eigenen Angaben über 20.000 Nutzer bedient. Das Funktionsspektrum ist für diese Preisklasse ungewöhnlich breit: virtuelles Staging, Foto-Enhancement, kurze Videos, 360°-Touren, Grundriss-Rendering und Social-Media-Posts aus einer Hand. Ein Bild ist nach rund 25 Sekunden fertig, die Server stehen in der EU, wenn auch nicht in Deutschland. Eine deutsche Benutzeroberfläche ist vorhanden, das Blog-Material wirkt allerdings aus dem Englischen übersetzt, ohne UWG- oder Energieausweis-Bezug. Nativ deutschen Support gibt es nicht. Die Unterschiede im Detail stehen in unserem Vergleich mit Pedra.ai.
Preis: 29 €/Monat für 100 Credits oder 239 €/Jahr für 1.200 Credits. Ein Staging-Bild kostet 1 Credit. Damit liegt das Bild im Monatstarif bei 0,29 €, im Jahrestarif bei 0,20 €. Nur Abo, kein Pay-per-Image.
Autoenhance.ai
Autoenhance.ai ist ein britischer Anbieter mit Fokus auf automatisches Enhancement: Belichtung, HDR-Fusion, Himmeltausch, Perspektivkorrektur. HDR-Fusion und Himmeltausch liefern saubere Ergebnisse, und die Stapelverarbeitung ist auf Fotografen zugeschnitten, die mehrere Hundert Bilder pro Woche durchschleusen. Virtuelles Staging fehlt komplett, Objektentfernung ebenfalls, dazu kein deutschsprachiges Interface und UK-Server. Für Makler, die Wetter, Räume und Texte aus einem Tool brauchen, ist das funktional zu schmal. Unser Vergleich mit Autoenhance.ai geht auf die Preismodelle und den fehlenden Staging-Teil genauer ein.
Preis: Autoenhance nennt in der eigenen Preisankündigung drei Stufen, gestaffelt nach Monatsvolumen: Essential für 50 bis 250 Bilder, Advanced für 250 bis 1.500 Bilder, Expert für 1.500 bis 10.000 Bilder, dazu einen Pay-per-Image-Tarif. Die Preistabelle auf der Website lädt dynamisch nach und ließ sich am 30. August 2026 nicht als Quelle zitieren. Nach übereinstimmenden Drittangaben startet Essential bei rund 29 $ im Monat für 50 Bilder.
InstantDeco.ai
InstantDeco.ai ist eine internationale Plattform mit Schwerpunkt virtuelles Staging in über 50 Stilen, ergänzt um Enhancement, Objektentfernung und 360°-Touren. Der Stilkatalog ist allerdings amerikanisch geprägt (große Sofas, helle Holzböden) und passt nicht immer zum Altbau oder zum Familienhaus in Süddeutschland. Ein deutsches Interface fehlt, eine DSGVO-Dokumentation ebenfalls. Was der amerikanische Stilkatalog für deutsche Objekte bedeutet, steht in unserem Vergleich mit InstantDeco.ai.
Preis: Basis 14 €/Monat für 8 Fotos, bei Jahreszahlung 10 €/Monat. Der Pro-Tarif kostet 49 €/Monat (35 € bei Jahreszahlung) und ist unbegrenzt. Daneben gibt es Guthaben-Pakete, etwa 1.000 Guthaben für 99 €. Im Basistarif liegt das Bild bei 1,75 €, im unbegrenzten Pro-Tarif hängt der Einzelpreis allein an Ihrem Volumen.
Klassische Bildbearbeitung: Adobe und Alternativen
Adobe ist seit Jahrzehnten der Standard für professionelle Fotografen. Für Makler ohne Photoshop-Hintergrund ist das aber selten die richtige Wahl: Pro Bild gehen 5 bis 30 Minuten Bearbeitungszeit drauf. Bei 20 Bildern pro Objekt sind das bis zu zehn Stunden manueller Arbeit.
Adobe Foto-Abo (Lightroom + Photoshop)
Das deutsche Foto-Abo kostet 23,79 €/Monat inklusive Mehrwertsteuer und enthält Lightroom, Lightroom Classic und Photoshop, geprüft am 30. August 2026. Der Preis gilt für ein Jahresabo mit monatlicher Zahlung. Photoshop bietet Himmelaustausch, Objektentfernung, generative Füllung und genaue Arbeit mit Ebenen und Masken. Das lohnt sich für Makler oder interne Marketing-Teams, die das Programm bereits beherrschen und einzelne Bilder genau steuern wollen. Unser Photoshop-Vergleich für Immobilienfotos stellt den Adobe-Ablauf den Immopix-Vorlagen, aktuellen Preisen und einem echten Vorher-Nachher gegenüber.
Canva Pro
Canva ist ein Grafikdesign-Tool, das auch einfache Bildbearbeitung und einen KI-Background-Remover bietet. Für Wetter, Staging und Innenraumlicht reicht der Funktionsumfang nicht. Für Social-Media-Grafiken, Exposé-Layouts und einfache Hintergrund-Edits ist Canva dagegen sehr nützlich, also für das Marketing rund um das Inserat, nicht für die Fotos selbst. Wo genau die Grenze verläuft, zeigt unser Vergleich mit Canva.
Preis: rund 12 € im Monat für Canva Pro. Die deutsche Preisseite war am 30. August 2026 nicht abrufbar, die Zahl stammt deshalb aus Drittangaben. Ein kostenloser Tarif mit eingeschränktem Funktionsumfang existiert.
Manuelle Dienste und Hardware-Lösungen
Wenn keine Software ins Spiel kommen soll oder das Equipment selbst Teil der Lösung ist, bleiben zwei etablierte Anbieter.
BoxBrownie
BoxBrownie ist ein australischer Service mit einem weltweiten Team aus Bildbearbeitern und einer eigenen Qualitätskontrolle. Auf der europäischen Preisliste kostet die Bildoptimierung 2 € pro Bild, Day to Dusk 5 €, Objektentfernung 5 € für ein bis zwei kleine Teile und 10 € im Standardfall, virtuelles Staging 30 € und eine Grundriss-Neuzeichnung 30 € bis 40 €. Als Lieferzeit nennt BoxBrownie 24 Stunden, beim virtuellen Staging 48 Stunden. Diese Preise haben wir am 30. August 2026 geprüft; sie liegen deutlich über den Werten, die wir im Mai 2026 notiert hatten. Für komplexe Einzelaufträge und zusätzliche Dienste wie Grundriss-Neuzeichnungen oder Renderings ist der menschliche Ablauf eine gute Wahl. Bei wiederkehrenden Fotoserien entscheidet die Wartezeit. Der direkte Vergleich von BoxBrownie und Immopix zeigt Preise, Korrekturregeln und ein echtes Immopix-Ergebnis.
Giraffe360
Giraffe360 vermietet eine eigene Kamera plus Software-Plan. Im Paket sind 360°-Touren, HDR-Fotos, kinematische Videos und Grundrisse enthalten, alles aus einer einzigen Aufnahme. Einen Listenpreis veröffentlicht Giraffe360 nicht mehr offen; der Plan-Konfigurator lädt die Zahlen erst nach einer Auswahl nach. Drittangaben nennen für den US-Markt etwa 360 $ pro Monat inklusive Kamera und Software. Britisches Unternehmen, kein deutscher Server. Das rechnet sich für Makler, die 360°-Touren als Standard anbieten wollen und die Hardware-Kosten in Kauf nehmen.
CRM-integriert: FIO Homestaging AI
FIO Homestaging AI ist Teil der FIO-Maklersoftware und nur für FIO-Kunden nutzbar. Die Funktion liegt direkt im CRM, Bilder werden dort möbliert, ohne Umweg über externe Tools. Das Modell ist abgeschlossen: kein eigener Preis, keine separate Buchung, keine Nutzung außerhalb von FIO. Für Büros, die ohnehin FIO einsetzen (laut Anbieter rund 20 % des deutschen Maklermarkts), ist das der kürzeste Weg. Wer onOffice, FLOWFACT oder Propstack nutzt, hat hier keinen Zugang.
Schulung statt Software: PrimePhoto
PrimePhoto ist kein Tool, sondern eine Kombination aus Tutorials, Workshops und persönlichem Coaching für Immobilienfotografie. Gruppenworkshops liegen bei 1.749 €, Einzelcoachings bei 1.185 € (jeweils plus Reisekosten). Der Ansatz heißt „radikaler Realismus": ehrliche, möglichst unbearbeitete Fotos, am liebsten mit DSLR und manueller Belichtungsreihe. Das lohnt sich für Makler, die selbst zur Fotografie übergehen wollen und Zeit für Übung haben. Wer pragmatisch Bestandsfotos optimieren will, ist mit einem KI-Tool besser bedient.
Welche Fotosoftware passt zu mir?
Die Auswahl hängt an vier Punkten:
- Volumen pro Monat. Unter 10 Bildern reicht ein kleines Einmal-Paket oder eine kostenlose App wie Snapseed. Ab etwa 100 Bildern im Monat wird ein unbegrenzter Abotarif rechnerisch günstiger als jede Abrechnung pro Bild, sofern Sie das Kontingent auch nutzen.
- Photoshop-Kenntnisse. Ohne Vorkenntnisse sind klassische Tools (Adobe, Photoshop Express, Pixlr) keine echte Option. Die Lernkurve frisst die Zeitersparnis auf.
- Serverstandort und KI-Kennzeichnung. Wer mit Kundenfotos arbeitet, fährt mit deutschen oder zumindest EU-Servern einfacher. Fragen Sie zusätzlich, was das Tool in die Datei schreibt.
- Funktionsumfang. Wer nur Belichtung braucht, kann zu einem schmalen Tool greifen. Wer Wetter, Staging und Exposé braucht, spart Zeit mit einer All-in-one-Plattform.
Konkrete Empfehlungen je Profil:
- Einzelmakler mit 5 bis 10 Objekten pro Monat: Immopix 10er-Paket für 9,99 € als Einstieg, danach das 50er-Paket für 39,99 € (0,80 € pro Bild). Beides ohne Abo.
- Maklerbüro mit 30 bis 50 Objekten: das 150er-Paket für 99,99 € (0,67 € pro Bild) deckt ein Team über mehrere Monate ab.
- Großes Maklerteam oder Franchise mit 80+ Objekten: das 500er-Paket für 299,99 € (0,60 € pro Bild). CRM-Integration via REST-API prüfen.
- Reine Staging-Werkstatt mit hohem Volumen: ein unbegrenzter Tarif wie InstantDeco Pro für 49 €/Monat kann günstiger sein, wenn Sie wirklich jeden Monat mehrere Hundert Räume möblieren und sonst nichts brauchen.
- Franchise-Filiale mit eigenem Fotografen: Adobe Foto-Abo für die Profis plus eine KI-Plattform für den Rest. Hybrid-Ansatz.
- FIO-Anwender: Beim integrierten Homestaging AI bleiben, ergänzen mit Immopix für Wetter und Außenaufnahmen, die FIO nicht abdeckt.
Immobilienfotos ohne Photoshop nachbearbeiten: welches Tool für welchen Zweck
Nicht jede Korrektur braucht ein Werkzeug aus dieser Liste. Horizont begradigen, zuschneiden, Helligkeit und Kontrast nachziehen: Das erledigt die Foto-App auf Ihrem Smartphone in unter einer Minute, kostenlos und ohne Upload. Wer lieber am Rechner arbeitet, nimmt dafür Photopea im Browser, GIMP oder Google Fotos.
Interessant wird es bei den Aufgaben, an denen die Bordmittel scheitern. Photoshop bringt zwar einen eingebauten Himmeltausch mit, doch Baumkronen, Antennen und die Belichtung der Fassade brauchen danach Handarbeit, also 3 bis 10 Minuten pro Bild, wenn Sie wissen, was Sie tun. Objekte entfernen läuft dort über Kopierstempel oder inhaltsbasiertes Füllen und wird bei unruhigem Hintergrund schnell fummelig. Genau diese beiden Aufgaben erledigen KI-Tools in Sekunden, ohne dass Sie eine Maske anfassen.
| Aufgabe | Sinnvolles Werkzeug |
|---|---|
| Horizont begradigen | Smartphone-App |
| Zuschneiden | Smartphone-App |
| Helligkeit und Kontrast | Smartphone-App oder KI-Tool |
| Himmel austauschen | KI-Tool |
| Störende Objekte entfernen | KI-Tool |
| Virtuelle Möblierung | KI-Tool |
| Gesamteindruck aufwerten | KI-Tool |
| Aufwändige Retusche an Fassade oder Detail | Manueller Dienst |
Sortieren Sie außerdem nach Wirkung. Grauer Himmel, kippende Linien, unterbelichtete Räume und eine Mülltonne vor der Einfahrt ändern den Eindruck spürbar. Feine Farbkorrekturen, leichtes Nachschärfen und kleine Flecken fallen den wenigsten Käufern auf. Wer die großen Hebel zuerst abarbeitet, ist mit zwei Handgriffen pro Bild fertig.
Gibt es kostenlose Fotosoftware für Immobilien?
Ja, mit klaren Grenzen.
Snapseed ist eine kostenlose mobile App von Google. Sie bietet selektive Bearbeitung, Tonwertkurven und Spot-Heilung für kleine störende Objekte. Die Lernkurve ist moderat, der Funktionsumfang für eine Gratis-App beachtlich. Keine KI, keine Stapelverarbeitung, kein Staging, aber genug, um Einzelbilder unterwegs aufzupolieren, ohne ein Abo zu zahlen.
Adobe Photoshop Express ist kostenlos mit Adobe-Login und für schnelle Smartphone-Anpassungen gedacht: Zuschnitt, Belichtung, Filter. Die App ersetzt keine echte Immobilien-Bearbeitung, spart aber für simple Korrekturen den Wechsel auf den Desktop.
Pixlr ist ein browserbasierter Editor mit kostenloser Stufe (Wasserzeichen, Werbung, Export-Limits). Der Plus-Tarif kostet 2,49 € im Monat, bei Jahreszahlung 1,99 €; Premium liegt bei 9,99 € beziehungsweise 7,99 €. Funktional liegt es zwischen Photoshop Express und einer Light-Version von Photoshop. Ähnlich wie Snapseed: nützlich für Einzelbilder, ungeeignet für 200 Inseratsbilder pro Monat.
Canva Free taugt im Browser für Inseratsgrafiken und ist schwach bei der eigentlichen Fotooptimierung. Beim Immopix-Probierpaket sind drei Bilder gratis, ohne Kreditkarte, was reicht, um virtuelles Staging, Himmeltausch und Aufräumen einmal selbst zu testen. Vorab lässt sich auch ein Bild kostenlos optimieren.
Was kostenlose Tools nicht können: virtuelles Staging in fotorealistischer Qualität, automatischer Himmeltausch in einer Minute, Stapelverarbeitung von zwanzig Bildern. Für gelegentliche Korrekturen reichen Gratis-Apps, für ein wiederkehrendes Pensum nicht.
DSGVO und EU AI Act: Was Makler 2026 wissen müssen
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Die Verordnung verteilt sie auf zwei Rollen, und diese Trennung entscheidet, wonach Sie ein Tool fragen sollten.
- Absatz 2 bindet den Anbieter des KI-Systems. Er muss seine Ausgaben maschinenlesbar markieren und als KI-erzeugt erkennbar machen, soweit das technisch machbar ist. Dort steht auch die Ausnahme für Systeme, die nur eine unterstützende Funktion für Standardbearbeitung erfüllen oder die Eingabe nicht wesentlich verändern.
- Absatz 4 bindet Sie als veröffentlichenden Makler. Ihre Pflicht ist die sichtbare Offenlegung, und sie greift, wenn das fertige Bild ein Deepfake im Sinne von Artikel 3 Nummer 60 ist, also einen bestehenden Ort realistisch verändert zeigt und echt wirken kann.
Daraus folgt nicht, dass jede KI-Bearbeitung ein Etikett braucht. Welche Bearbeitung was auslöst, ordnet unser Leitfaden zur KI-Kennzeichnung bei Immobilienfotos einzeln ein.
Für die Toolauswahl heißt das:
- Fragen Sie nach der maschinenlesbaren Markierung. Manche Werkzeuge erzeugen signierte Content Credentials, andere nur einfache Metadaten, viele gar nichts. Diese Angabe gehört zur Anbieterpflicht aus Absatz 2 und lässt sich vor dem Kauf abfragen.
- Verlassen Sie sich nicht auf Metadaten allein. Portale schreiben Bilder beim Upload neu und entfernen dabei häufig die Einträge. Der sichtbare Hinweis im Inserat bleibt Ihre Aufgabe.
- Serverstandort. Immopix speichert App- und Bilddaten in Nürnberg, FIO nennt eigene deutsche Server. Die KI-Verarbeitung selbst läuft bei Immopix wie bei den meisten Anbietern außerhalb der EU, geregelt über Auftragsverarbeitungsverträge.
- Außereuropäische Anbieter (BoxBrownie, Giraffe360, InstantDeco.ai, Autoenhance.ai) erfordern eine eigene DSGVO-Risikoeinschätzung, inklusive Drittlandübermittlung.
Was daneben immer gilt: § 5 UWG verbietet irreführende Darstellungen unabhängig vom Werkzeug. Ein Hinweis macht ein Bild, das einen Mangel verdeckt, nicht zulässig.
Häufige Fragen
Brauche ich Fotosoftware oder eine Foto-App?
Das hängt an der Aufgabe. Helligkeit, Ausschnitt und stürzende Linien erledigen Sie unterwegs mit einer kostenlosen Handy-App. Himmeltausch, virtuelle Möblierung und größere Störer entstehen als neuer Bildinhalt und laufen deshalb immer auf einem Server, egal ob Sie eine App oder den Browser öffnen. Welche App wofür taugt, steht in der Übersicht der Immobilien-Foto-Apps.
Was kostet Fotosoftware für Makler im Vergleich zum Fotografen?
Ein Profi-Fotograf kostet 200 bis 400 € pro Termin, Fotosoftware liegt je nach Kategorie zwischen 0 € und 360 $ pro Monat. Für 10 bis 50 Bilder pro Monat ist ein KI-Abo der günstigste Weg. Der Fotograf bleibt dort im Vorteil, wo es um die Aufnahme selbst geht, also um Perspektive, Licht und Ausschnitt vor Ort.
Ist KI-Bildbearbeitung bei Immobilien erlaubt?
Ja, mit Auflagen. Temporäre Korrekturen wie Wetter, Mülltonnen oder parkende Autos sind unproblematisch. Strukturelle Veränderungen dagegen, also Wände versetzen, Räume vergrößern oder Schäden retuschieren, sind nach UWG abmahnfähig. Details in unserem Leitfaden zur rechtssicheren Bildbearbeitung.