Makler Tool-Stack 2026: 9 Software-Kategorien
Ein moderner deutscher Immobilienmakler nutzt 2026 rund sechs bis zehn Software-Tools verteilt auf neun Kategorien: CRM, Immobilienportale, Bewertung, Fotooptimierung, Exposé und Dokumente, Marketing-Automatisierung, Kommunikation, Buchhaltung und Compliance. Ein Solo-Makler kommt auf 200 bis 500 Euro pro Monat, kleine Teams auf 500 bis 1.500 Euro, größere Büros auf 1.500 bis 3.000 Euro (Sunside AI, 2026).
Welche Software-Kategorien braucht ein Makler 2026?
Die folgende Tabelle zeigt die neun Kernkategorien, die typischen Monatskosten und die bekanntesten Tools pro Kategorie. Pflicht sind mindestens vier davon (CRM, Portale, Buchhaltung, Compliance), die übrigen lohnen sich je nach Schwerpunkt und Objektzahl.
| # | Kategorie | Typische Kosten/Monat | Bekannte Tools |
|---|---|---|---|
| 1 | Makler-CRM | 59–287 € pro Nutzer | onOffice, Propstack, FLOWFACT, FIO |
| 2 | Immobilienportale | 100–500 € (paketabhängig) | ImmobilienScout24, Immowelt, Kleinanzeigen |
| 3 | Bewertungstools | 50–250 € | Sprengnetter, PriceHubble, On-Geo |
| 4 | Fotooptimierung | 10–100 € | Immopix, Pedra.ai, Autoenhance.ai |
| 5 | Exposé & Dokumente | 10–80 € | Immopix, DocuSign, Yousign, ImmoWriter |
| 6 | E-Mail & Marketing | 9–50 € | Brevo, ActiveCampaign, Mailchimp |
| 7 | Kommunikation | 0–30 € | WhatsApp Business, Teams, Zoom |
| 8 | Buchhaltung | 10–100 € | lexoffice, sevDesk, DATEV |
| 9 | Compliance & Identität | 5–25 € pro Prüfung | IDnow, Nect, WebID |
Was alle großen deutschen Software-Vergleiche gemeinsam haben: Sie decken CRM, Portale und Bewertung ab. Was fast keiner ernst nimmt, ist die Fotooptimierung als eigene Kategorie. Von zehn analysierten Makler-Software-Vergleichen führt nur inno-brain.de Bildoptimierung als eigene Rubrik. Diese Lücke behandeln wir weiter unten ausführlich.
1. Makler-CRM: Das Herzstück des Tool-Stacks
Das CRM (Customer Relationship Management) ist die zentrale Datenbank eines Maklerbüros. Hier landen Objekte, Kontakte, Aufgaben, Exposé-Entwürfe und die Portal-Synchronisation. Ohne CRM landet alles in Excel, Outlook und im Kopf, und spätestens ab dem zehnten aktiven Objekt wird das unübersichtlich.
Der Markt ist trotz vieler Anbieter überschaubar konzentriert. onOffice führt mit über 30.000 Nutzern und gilt als Marktführer im Wohnsegment (Realty Rocket, 2025). Propstack gehört wie auch FLOWFACT inzwischen zur Scout24-Gruppe. Gemeinsam decken die drei Anbieter rund 60 Prozent des deutschen Maklersoftware-Markts ab (IMMOBILIEN-PROFI, 2025).
| CRM | Preis pro Nutzer/Monat | Stärken | Zielgruppe |
|---|---|---|---|
| onOffice | 79–99 € | Tiefste Portal-Integration, über 180 Anbindungen | Etablierte Makler, 3+ Nutzer |
| Propstack | 99–149 € | Moderne Oberfläche, KI-Features | Tech-affine Büros, Wohnen |
| FLOWFACT | 79–159 € | Lange Marktpräsenz, Gewerbe-Stärke | Gewerbe, große Büros |
| FIO Webmakler | 59–99 € | Günstig, Bankenanbindung | Solo, Sparkassen-Umfeld |
| Optima-CRM | 59 € | Ultra-Budget, Basisfunktionen | Einzelmakler |
Am Funktionsumfang entscheiden sich CRMs im Alltag kaum, weil sowieso alle Kontakte, Objekte und Exposé-Vorlagen abdecken. Was wirklich zählt: Wie gut läuft die Anbindung an ImmobilienScout24 und Immowelt, lässt sich das Tool mobil bedienen, und auf wie viele Monate bindet Sie der Vertrag. onOffice bindet zum Beispiel über 24 Monate, was bei kleinen Büros zum Ausstiegshindernis wird.
2. Immobilienportale: ImmoScout24, Immowelt, Kleinanzeigen
Portale sind nicht optional. Rund 60 Prozent der Immobiliensuchenden in Deutschland laufen über die Scout24-Gruppe (ImmobilienScout24 plus Immowelt), weitere rund 90 Millionen Besuche pro Monat kommen über Kleinanzeigen dazu (Profido Consulting, 2025). Wer ein Objekt verkaufen will, inseriert in der Regel auf mindestens zwei davon.
Die Preise sind individuell und nicht öffentlich einsehbar. Sie hängen von Paket (Premium-Makler, XL, Starter), Region, Objektart und Vertragslaufzeit ab. Realistisch sollten Sie pro aktivem Portal 100 bis 300 Euro pro Monat einplanen, bei Premium-Paketen auch deutlich mehr.
Wer auf mehr als zwei Portalen gleichzeitig inseriert, sollte die Synchronisation über das CRM laufen lassen. onOffice, Propstack und FLOWFACT verteilen eine Objektänderung per Klick an alle angeschlossenen Portale. Ohne diese Anbindung tippen Sie jede Preisanpassung zwei- oder dreimal ein, was bei mehreren Objekten pro Woche schnell zu Fehlern führt. Wie Sie Ihre Bilder für die beiden großen Portale optimieren, haben wir in separaten Beiträgen für ImmobilienScout24 und Immowelt beschrieben.
3. Bewertungstools: Für marktgerechte Preise
Eine Bewertung brauchen Makler aus zwei Gründen: um den Verkäufer vom realistischen Preis zu überzeugen und um die eigene Einschätzung gegenüber Banken abzusichern. Früher ging das auch per Erfahrungswert, heute wollen Banken belastbare Zahlen sehen, bevor sie eine Finanzierung zusagen.
Sprengnetter ist der Platzhirsch im deutschen Markt mit über 18 Millionen Angebotsmieten, 11 Millionen Kaufpreisen und 2,4 Millionen tatsächlichen Transaktionen in der Datenbank. Die Zahlen stammen aus der Kooperation mit dem Gutachterausschuss-System. PriceHubble positioniert sich als europäischer Herausforderer mit KI-gestütztem Bewertungsmodell und erreicht nach eigenen Angaben 2 bis 3 Prozent Genauigkeit in Großstädten. On-Geo der Value AG deckt vor allem das Bankenumfeld ab.
Preise liegen meist zwischen 50 und 250 Euro pro Monat, je nach Abfrage-Volumen und Reporting-Tiefe. Für Einzelmakler reicht oft eine PriceHubble-Basisversion, für größere Büros lohnt sich die onOffice- oder FLOWFACT-Integration mit Sprengnetter, weil dort die Bewertung direkt im Objektdatensatz landet.
4. Fotooptimierung: Die unterschätzte Kategorie
Die Fotos sind das, was Käufer auf dem Portal als erstes sehen. Studien belegen seit Jahren, dass hochwertige Fotos 118 Prozent mehr Aufrufe und einen um bis zu 32 Prozent schnelleren Verkauf bringen (Redfin-Studie). Trotzdem ignoriert fast jeder Software-Vergleich die Kategorie, als wäre sie ein Nice-to-have.
Das hat einen historischen Grund: Bis etwa 2023 hieß "Fotos verbessern" entweder Photoshop lernen (15 bis 20 Minuten pro Bild) oder einen Profi-Fotografen buchen (150 bis 1.200 Euro pro Objekt, Fotografie-Agentur, 2024). Beides skaliert nicht. Seit generative KI-Bildbearbeitung praxisreif ist, gibt es eine dritte Option: Foto hochladen, Vorlage wählen, in etwa einer Minute ein professionelles Ergebnis bekommen. Diese Kategorie ist erst seit rund zwei Jahren wirklich erwachsen und taucht deshalb in den meisten Marktübersichten noch nicht auf.
| Tool | Schwerpunkt | Preis | DSGVO |
|---|---|---|---|
| Immopix | Wetter, Aufräumen, Staging, Belichtung, Exposé | ab 0,60 € pro Bild | Deutsche Server |
| Pedra.ai | All-in-one (Staging, Video, 360°) | ab 29 € pro Monat | EU-Server |
| Autoenhance.ai | HDR, Himmel, Belichtung | 44,99–249 € pro Monat | UK |
| BoxBrownie | Manuelle Retusche per Mensch | 1,60 € pro Bild | AU |
| FIO HomestagingAI | Nur für FIO-Kunden | im CRM enthalten | DE |
Immopix deckt die typischen Alltags-Probleme ab, die jeder Makler kennt: grauen Himmel austauschen, störende Objekte entfernen, dunkle Innenräume aufhellen, leere Räume virtuell möblieren (Leitfaden Virtuelles Staging). Gehostet wird auf deutschen Servern in Nürnberg. Der Einstieg liegt bei 0,60 Euro pro Bild im Pro-500-Tarif, kostenlos testbar mit drei Bildern ohne Kreditkarte. Vor dem Start lohnt sich oft ein schneller Foto-Check, der den Qualitäts-Score Ihrer aktuellen Inseratsbilder bewertet. Für wen sich welches Tool insgesamt lohnt, haben wir in unserem Vergleich der KI-Tools für Immobilienfotos aufgedröselt.
Ein Rechenbeispiel macht den Unterschied klar. Ein Solo-Makler mit acht aktiven Objekten und je 20 Fotos pro Objekt kommt auf 160 Bildbearbeitungen im Monat. Beim Fotografen kostet das schnell 2.000 Euro, bei manueller Photoshop-Arbeit 40 bis 50 Stunden. Mit KI-Fotooptimierung landet man bei unter 100 Euro und rund zwei bis drei Stunden Aufwand. Das ist der Grund, warum diese Kategorie in keiner Vergleichsseite fehlen sollte, auch wenn sie noch fehlt.
5. Exposé und Dokumente: PDF, Signaturen, Vorlagen
Das Exposé ist der formale Kern jedes Maklerauftrags. Käufer bekommen es vor der Besichtigung, Banken als Grundlage für die Finanzierung, Eigentümer als Präsentation ihres Objekts. Wie Sie ein gutes Exposé aufbauen, erklärt unser Leitfaden zur Exposé-Erstellung.
In der Praxis decken Sie hier drei Aufgaben ab:
Exposé-Erstellung. Jedes CRM bringt eine Exposé-Vorlage mit, allerdings sind die meisten optisch altbacken und textlich holzschnittartig. Für bessere Ergebnisse gibt es spezialisierte Tools. ImmoWriter generiert Exposétexte per KI aus Objektdaten. Immopix erzeugt seit 2026 ebenfalls komplette PDF-Exposés inklusive Titelbild, Fotogalerie nach Räumen sortiert und KI-generiertem Beschreibungstext. Der Vorteil: Fotos und Exposé laufen im gleichen Tool, was die Übergabe zwischen Bildbearbeitung und Dokumentenerstellung spart.
Elektronische Signatur. Kaufverträge müssen zum Notar, aber Maklerverträge, Widerrufsbelehrungen und Besichtigungsbestätigungen können Sie digital unterschreiben lassen. DocuSign ist der US-Marktführer und unter eIDAS in Deutschland rechtsgültig, Yousign das europäische Pendant mit DSGVO-Fokus. Beide kosten 5 bis 25 Euro pro Monat und Nutzer.
Dokumentenablage. Für die Ablage reicht meist das CRM oder Microsoft OneDrive. Spezialtools wie NotarNet oder XNotar lohnen sich nur, wenn Sie regelmäßig notarielle Beurkundungen online begleiten.
6. E-Mail- und Marketing-Automatisierung
E-Mail wird von vielen Maklern stiefmütterlich behandelt, weil sie nicht sofort sichtbar wirkt. Wer Interessenten nur über Portalkontakte reinlässt und sie danach im CRM versauern lässt, verliert die meisten nach spätestens drei Wochen. Eine automatisierte Nachfass-Kette holt einen Teil dieser Kontakte zurück, ohne dass Sie daran denken müssen.
Brevo, ActiveCampaign und Mailchimp sind die verbreitetsten Optionen:
- Brevo (früher Sendinblue): Kostenlos bis 300 E-Mails am Tag, danach 9 bis 99 Euro pro Monat. Einfache Oberfläche, DSGVO-konform, französischer Anbieter mit EU-Servern.
- ActiveCampaign: 15 bis 229 Euro pro Monat. Stärker in der Automatisierung, besser für komplexe Nachfass-Sequenzen, englischsprachige Oberfläche.
- Mailchimp: Bekannt, aber US-gehostet. Für DSGVO-bewusste Büros eher die zweite Wahl.
Für Solo-Makler reicht oft die Gratis-Stufe von Brevo. Wer aktiv Kaltakquise oder Objekt-Newsletter betreibt, braucht Automatisierung mit Triggern und Bedingungen, und landet dann bei ActiveCampaign oder einem vergleichbaren Tool.
7. Kommunikation und Zusammenarbeit
Kunden wollen heute nicht mehr nur angerufen werden. Telefon und E-Mail laufen weiter, aber der Messenger-Anteil wächst spürbar, vor allem bei jüngeren Käufern.
- WhatsApp Business: Kostenlos, getrennt von privatem WhatsApp, mit Broadcast-Listen und Schnellantworten. Rechtlich unkritisch für Einzelmakler, bei Teams braucht es eine dokumentierte DSGVO-Einwilligung der Kunden.
- Microsoft Teams oder Google Meet: 4 bis 12 Euro pro Nutzer und Monat. Für Video-Besichtigungen und Team-Abstimmung.
- Zoom: 15 bis 30 Euro pro Monat, funktional ähnlich wie Teams, stärker verbreitet bei externen Terminen mit Kunden.
Für deutsche Teams mit hohen Datenschutzansprüchen gibt es Ginlo Business als WhatsApp-Alternative mit Serverstandort Deutschland. Im Alltag nutzen aber die meisten Makler weiterhin WhatsApp, weil Kunden es dort erwarten.
8. Buchhaltung und Back-Office
Buchhaltung ist in Deutschland nicht verhandelbar, weil Finanzamt und Steuerberater DATEV-kompatible Daten erwarten. Sie müssen dabei aber nicht direkt mit DATEV arbeiten, es reicht, wenn Ihre Buchhaltungssoftware einen DATEV-Export mitliefert.
| Tool | Preis pro Monat | Geeignet für |
|---|---|---|
| lexoffice | 9,90–29,90 € | Solo, kleine Teams |
| sevDesk | 9,90–47,90 € | Kleine bis mittlere Büros |
| DATEV Unternehmen online | ab 15 € | Enge Steuerberater-Anbindung |
Für Einzelmakler reicht lexoffice oder sevDesk. Beide haben eine DATEV-Schnittstelle, erlauben Belegerfassung per Foto und decken Einnahmen-Überschuss-Rechnung sowie Umsatzsteuer-Voranmeldung ab. Wer Mitarbeiter hat, sollte zusätzlich ein Lohnabrechnungs-Modul einplanen (10 bis 20 Euro pro Mitarbeiter und Monat).
9. Compliance und Identitätsprüfung
Geldwäschegesetz (GwG) und DSGVO machen Compliance zur Pflichtkategorie. Zwei Bereiche sind besonders relevant:
Identitätsprüfung. Seit der Novelle des GwG müssen Makler Käufer und Verkäufer vor Vertragsschluss identifizieren. Das geht klassisch per Personalausweis-Kopie vor Ort, digital geht es über Anbieter wie IDnow, Nect oder WebID. Kosten: 5 bis 25 Euro pro Prüfung, bei Volumen deutlich weniger. Für Ein-Mann-Büros mit wenigen Transaktionen pro Jahr reicht oft die Identifikation vor Ort beim ersten Termin.
DSGVO. Praktisch jedes Maklerbüro braucht eine Datenschutzerklärung, ein Verarbeitungsverzeichnis und Auftragsverarbeitungsverträge mit allen Dienstleistern, die Kundendaten sehen (CRM, E-Mail-Anbieter, KI-Tools). Für die Erstellung reichen Generatoren wie eRecht24 oder der activeMind AG Datenschutzgenerator. Unsere Hinweise zu DSGVO bei Immobilienfotos decken den fotospezifischen Teil ab. Seit Februar 2025 kommt zusätzlich die KI-Kompetenzpflicht dazu, sobald Sie ein KI-Tool beruflich einsetzen.
Was kostet ein typischer Tool-Stack?
Die folgende Tabelle zeigt drei realistische Konfigurationen für unterschiedliche Büro-Größen. Die Zahlen spiegeln öffentlich zugängliche Preise wider, Sonderkonditionen oder Jahresrabatte sind nicht eingerechnet.
| Kategorie | Solo-Makler | Kleines Team (4 Nutzer) | Mid-Size (10 Nutzer) |
|---|---|---|---|
| CRM | 99 € | 396 € | 990 € |
| Portale | 150 € | 300 € | 500 € |
| Bewertung | 50 € | 150 € | 250 € |
| Fotooptimierung | 40 € | 100 € | 300 € |
| Exposé & Signatur | 15 € | 40 € | 100 € |
| E-Mail-Marketing | 0 € | 25 € | 99 € |
| Kommunikation | 0 € | 20 € | 60 € |
| Buchhaltung | 15 € | 30 € | 80 € |
| Compliance | 20 € | 50 € | 150 € |
| Gesamt | ca. 389 € | ca. 1.111 € | ca. 2.529 € |
Das deckt sich mit Branchenbenchmarks: 200 bis 500 Euro für Solo-Makler, 500 bis 1.500 Euro für kleine Teams und 1.500 bis 3.000 Euro für mittelgroße Büros (Sunside AI, 2026). Die größten Einzelposten sind CRM, Portale und Bewertung. Fotooptimierung macht oft nur drei bis fünf Prozent des Tool-Budgets aus, hat aber den direktesten Einfluss darauf, ob ein Inserat überhaupt geklickt wird.
So bauen Sie Ihren Tool-Stack auf
Nicht jeder braucht sofort alle neun Kategorien. Eine sinnvolle Reihenfolge:
- CRM und Buchhaltung zuerst. Ohne saubere Objektdatenbank und ohne DATEV-kompatible Buchhaltung arbeiten Sie später mit Chaos. Einmal eingerichtet, laufen beide im Hintergrund.
- Portale und Compliance direkt dazu. Ohne Portal kein Inserat, ohne GwG-Identifizierung kein Vertrag. Beides ist rechtlich oder geschäftlich zwingend.
- Fotooptimierung gehört so früh wie möglich dazu. Der Hebel ist groß und die Kosten sind gering, weil ein schlechter Eindruck später nur noch über Werbeanzeigen oder Preisreduktionen korrigiert werden kann. Eine Checkliste mit zehn Punkten zeigt, worauf Sie achten sollten.
- Bewertungstool, sobald Sie Mandate akquirieren. Die ersten zwei, drei Objekte gehen noch ohne, spätestens beim vierten Verkäufergespräch brauchen Sie Daten gegen den Wunschpreis des Eigentümers. E-Mail-Marketing und Messenger lohnen sich zum selben Zeitpunkt, also sobald das CRM eine gewisse Kontaktmenge verwaltet (rund 50 bis 100 Leads pro Monat).
- Exposé-Tools, Staging und Zusatzfunktionen zuletzt. Diese sind die Kür, nicht die Pflicht. Wer Virtual Staging braucht, sollte das gleich im Fotooptimierungs-Tool mitbuchen (Immopix, Pedra, FIO), statt ein viertes Tool parallel zu betreiben.
Wer mit einem Mindest-Stack starten will, kommt heute mit vier Tools aus: CRM, ein Portal-Zugang, Fotooptimierung und lexoffice. Das deckt das Tagesgeschäft ab und lässt sich in zwei Wochen einrichten.
Häufig gestellte Fragen
Brauche ich wirklich eine Makler-CRM, oder reicht Excel?
Excel reicht bis etwa fünf aktive Objekte. Darüber wird die Portal-Synchronisation zum Engpass, weil jede Preisänderung in jedem Portal manuell nachgetragen werden muss. Ein CRM mit Portal-Anbindung spart pro Objektänderung fünf bis zehn Minuten. Ab dem achten oder zehnten Objekt amortisiert sich die CRM-Lizenz.
Welche Tools sind DSGVO-konform und haben deutsche Server?
Vollständig auf deutschen Servern gehostet sind onOffice, lexoffice, sevDesk, FIO Webmakler und Immopix. EU-Server (Frankreich, Niederlande) nutzen Propstack, FLOWFACT, Brevo und PriceHubble. Kritischer sind US-Tools wie DocuSign, Mailchimp oder Zoom: Sie sind nutzbar, brauchen aber einen Auftragsverarbeitungsvertrag und idealerweise die EU-Standardvertragsklauseln.
Was kostet der Tool-Stack für einen Einzelmakler realistisch?
Rund 300 bis 500 Euro pro Monat. Der Löwenanteil geht an CRM (99 Euro) und Portal-Paket (100 bis 300 Euro). Fotooptimierung, Buchhaltung und Compliance liegen zusammen bei rund 70 Euro. Wer knallhart spart, kommt mit 250 Euro aus, verzichtet dafür aber auf Bewertungstool und Marketing-Automatisierung.
Welches CRM ist das beste für Einzelmakler?
Für Einzelmakler ohne IT-Abteilung sind FIO Webmakler und Optima-CRM die günstigsten Einstiege (ab 59 Euro pro Monat). Propstack ist teurer, bietet aber die modernste Oberfläche und lässt sich in einer Woche erlernen. onOffice lohnt sich erst ab drei bis fünf Nutzern, vorher ist der Funktionsumfang überdimensioniert.
Brauche ich wirklich KI-Fotobearbeitung, oder reicht der Fotograf?
Ein Fotograf kostet 150 bis 1.200 Euro pro Objekt. Bei drei Objekten pro Monat sind das 450 bis 3.600 Euro nur für Fotos. KI-Fotooptimierung landet bei unter 100 Euro pro Monat für dasselbe Volumen. Rechnen lohnt sich, vor allem bei grauem Himmel, leeren Räumen und störenden Details, bei denen der Fotograf ohnehin nachbearbeiten müsste.
Welche Software-Kategorien sind rechtlich Pflicht?
Zwingend sind Buchhaltung (für die Steuererklärung), Compliance und Identitätsprüfung (GwG), DSGVO-Dokumentation und die Portalpflicht-Angaben (Energieausweis ab Mai 2026). Alles andere ist wirtschaftlich sinnvoll, aber nicht gesetzlich erzwungen.
Fazit
Der typische Tool-Stack 2026 umfasst neun Kategorien und kostet je nach Büro-Größe zwischen 200 und 3.000 Euro im Monat. Den Löwenanteil fressen CRM, Portale und Bewertung. Den besten Hebel pro ausgegebenem Euro liefert ausgerechnet die Fotooptimierung, also die Kategorie, die in fast allen Vergleichen fehlt.
Wer 2026 startet, sollte sich vom Feature-Wettbewerb der großen CRMs nicht blenden lassen. Solange die vier Basis-Kategorien (CRM, Portal, Fotos, Buchhaltung) sauber ineinandergreifen und Sie jede Woche Zeit sparen statt verlieren, sind Sie auf der richtigen Spur. Der Rest wächst mit.
Wer die Fotooptimierung ausprobieren möchte: Bei Immopix gibt es drei Bilder kostenlos, ohne Kreditkarte, auf deutschen Servern.