Das Wichtigste in Kürze
Bei 77 von 357 geprüften Inseraten (22 %) fand der Detektor KI-Signale. 50 Inserate (14 %) zeigten wahrscheinliche Signale, 27 (8 %) mögliche.
Inserate mit hochwertigen Fotos zeigten mehr als doppelt so oft KI-Signale wie Inserate mit einfacheren Fotos (27 % gegenüber 12 %). Ohne Neubauprojekte war der Abstand noch größer: 39 % gegenüber 13 %.
Eigentumswohnungen zeigten am häufigsten Signale, fast jedes dritte Inserat. Geplante Neubauten zeigten sie selten.
Rund ein Drittel der Fotos mit wahrscheinlichen Signalen stammt aus dem Außenbereich, etwa von Fassade, Garten oder Terrasse.
28 der 361 Inserate (8 %) weisen auf KI-Bilder hin. In den meisten Fällen steht der Hinweis direkt am Foto.
Wahrscheinliche und mögliche KI-Signale
Bei 77 der 357 geprüften Inserate (22 %) fand der Detektor in mindestens einem Foto ein KI-Signal. Wir unterscheiden zwei Stufen, denn ein niedriger Wert sagt weniger aus als ein hoher.
Abb. 1
- Wahrscheinliches KI-Signal 50 (14 %)
- Mögliches KI-Signal 27 (8 %)
- Kein starkes Signal 280 (78 %)
Abb. 2
- Wahrscheinliches KI-Signal: Der Detektor gibt einem Foto einen Wert von 0,60 oder mehr. 50 Inserate (14 %) hatten mindestens ein solches Foto.
- Mögliches KI-Signal: Der Wert liegt zwischen 0,20 und 0,60. 27 weitere Inserate (8 %) hatten ein solches Foto, aber keines mit wahrscheinlichem Signal.
- Kein starkes Signal: Der Wert liegt unter 0,20. Das galt für beide geprüften Fotos von 280 Inseraten (78 %).
Ein Signal ist kein Beweis. Es zeigt, dass ein Foto typische Spuren einer KI-Bearbeitung trägt. Weil der Detektor das ganze Foto bewertet, verrät der Wert nicht, ob jemand nur das Licht korrigiert oder einen Raum neu eingerichtet hat.
Ein Inserat ohne Signal kann trotzdem bearbeitete Fotos enthalten, denn wir haben pro Inserat nur zwei Fotos geprüft, nicht die ganze Galerie.
Hochwertige Fotos zeigen öfter KI-Signale
Inserate mit hochwertigen Fotos zeigten mehr als doppelt so oft KI-Signale wie Inserate mit einfacheren Fotos. Für diesen Vergleich hat die automatische Bildbewertung von Immopix jedes geprüfte Foto auf einer Skala von 1 bis 5 eingestuft, je nachdem, wie gut es sich für ein Exposé eignet.
Abb. 3
- Wahrscheinliches KI-Signal
- Mögliches KI-Signal
- Kein starkes Signal
Neubauprojekte verkleinern diesen Abstand. Ihre Bilder wirken oft hochwertig, zeigen aber selten Signale. Ohne sie zeigten 39 % der Inserate mit hochwertigen Fotos KI-Signale (53 von 136), bei einfacheren Fotos 13 % (17 von 132). Nehmen wir statt der Neubauprojekte alle Inserate heraus, die selbst auf KI hinweisen, bleibt der Abstand ebenfalls deutlich: 23 % gegenüber 13 %.
Eigentumswohnungen zeigen am häufigsten Signale
Bei Eigentumswohnungen fand der Detektor in fast jedem dritten Inserat ein KI-Signal. Zwischen Kauf und Miete insgesamt gab es dagegen kaum einen Unterschied (20 % gegenüber 23 %).
Abb. 4
- Wahrscheinliches KI-Signal
- Mögliches KI-Signal
- Kein starkes Signal
Häuser zum Kauf liegen vor allem wegen der geplanten Neubauten so niedrig. 82 der 130 Häuser zum Kauf waren als Projekt markiert, und nur 7 davon zeigten Signale. Bei den übrigen 48 Häusern zum Kauf waren es 23 %.
Wo im Objekt die Signale auftauchen
Am häufigsten zeigten Fotos aus Schlafzimmer, Wohnzimmer und Küche Signale. Der Detektor schlug aber auch draußen an: Rund ein Drittel der Fotos mit wahrscheinlichen Signalen stammt aus dem Außenbereich (24 von 71).
Abb. 5
- Wahrscheinliches KI-Signal
- Mögliches KI-Signal
- Kein starkes Signal
Fünf Außenfotos trugen in der Bildunterschrift selbst einen KI-Hinweis, etwa für Garten, Fassade oder Dachterrasse. Alle fünf zeigten ein wahrscheinliches Signal.
So kennzeichnen Makler heute
28 der 361 Inserate (8 %) weisen auf KI-Bilder hin. 26 davon sagen eindeutig, dass KI eingesetzt wurde. Zwei schreiben, dass Bilder mit KI bearbeitet sein können. Acht weitere Inserate kennzeichnen Visualisierungen oder virtuelle Möblierung, ohne KI zu erwähnen.
Abb. 6
- Nur am Foto 16
- Am Foto und im Text 4
- Nur im Beschreibungstext 8
„Am Foto“ heißt: in der Bildunterschrift oder im Bildnamen, den das Portal anzeigt. So lauten die Hinweise am Foto in den 20 Inseraten, die sie dort setzen:
| „KI-bearbeitet“, „KI-optimiert“, „KI-geräumt“ und ähnlich | 5 |
|---|---|
| „KI-generiert“ | 5 |
| „KI-visualisiert“ oder „Visualisierung“ | 3 |
| nur „KI“, etwa „Küche KI“ | 3 |
| „virtuelles KI-Staging“ | 2 |
| „KI-Beispiel“ oder „KI-Idee“ | 2 |
Am verständlichsten sind aus unserer Sicht Hinweise, die sagen, was passiert ist. „Doppelgarage KI-geräumt“ erklärt mehr als „Küche KI“. Welche Bearbeitungen einen Hinweis brauchen und wo er stehen sollte, erklärt unser Ratgeber zur KI-Kennzeichnung.
In vier Inseraten begründen die Makler den KI-Einsatz mit dem Schutz der Privatsphäre. Meist waren die Objekte vermietet, und die KI hat Möbel oder persönliche Gegenstände der Mieter ersetzt oder entfernt.
Von den 77 Inseraten mit KI-Signalen weisen 14 auf KI-Bilder hin. Ein fehlender Hinweis beweist kein Verschweigen, denn das Signal kann falsch liegen, und Text in Bildern und PDF-Exposés haben wir nicht durchsucht. Die Hälfte der Inserate mit KI-Hinweis zeigte in unseren zwei Stichprobenfotos dagegen kein Signal (14 von 28). Dort kann sich der Hinweis auf Fotos beziehen, die wir nicht geprüft haben.
Wie zuverlässig ist der Detektor?
Bevor wir Inserate geprüft haben, haben wir den Detektor an Fotos getestet, deren Herkunft wir kennen. Bei 49 von 50 Fotos, die nachweislich mit KI bearbeitet wurden, schlug er an (98 %). 36-mal war das Signal wahrscheinlich, 13-mal möglich. Ein Foto blieb ohne Signal.
Abb. 7
Mit KI bearbeitet: 36 wahrscheinlich, 13 möglich, 1 kein starkes Signal
Originale: 1 wahrscheinlich, 2 möglich, 47 kein starkes Signal
- Wahrscheinliches KI-Signal
- Mögliches KI-Signal
- Kein starkes Signal
Bei drei der 50 zugehörigen Originale schlug der Detektor ebenfalls an, bei einem davon mit wahrscheinlichem Signal. Ob diese Originale ganz unbearbeitet waren, können wir nicht sicher sagen. Viele Smartphones verändern Fotos schon bei der Aufnahme.
Die 98 % gelten nur mit Einschränkungen, denn der Test war klein. Außerdem haben wir die Grenzwerte an denselben Testfotos festgelegt, an denen wir die 98 % gemessen haben. Die Testfotos waren bis zu 1920 Pixel groß, viele Portalfotos sind kleiner. Die Zahl ist also eine Trefferquote bei bekannten KI-Fotos, keine Angabe zur Genauigkeit insgesamt.
Kleine Fotos zeigen kaum Signale. Bei Fotos mit weniger als 512 Pixeln an der kurzen Seite schlug der Detektor in keinem Fall an (0 von 47). Ab 1024 Pixeln zeigten 29 % der Fotos Signale. Ob kleine Fotos seltener bearbeitet sind oder der Detektor sie schlechter erkennt, können wir nicht trennen.
Abb. 8
- Wahrscheinliches KI-Signal
- Mögliches KI-Signal
- Kein starkes Signal
Vor jeder Prüfung haben wir alle Metadaten aus den Fotos entfernt. Der Detektor hat also nur das Bild selbst gesehen, keine eingebetteten KI-Kennzeichnungen.
Was heißt das für Makler?
Jedes fünfte geprüfte Inserat zeigt KI-Signale, und 28 Inserate weisen selbst auf KI-Bilder hin. Wer Fotos mit KI bearbeitet, ist damit kein Einzelfall.
Im Vorabtest schlug der Detektor bei 49 von 50 bekannten KI-Bearbeitungen an. KI-Bearbeitungen lassen sich also oft erkennen, und offen damit umzugehen ist der bessere Weg. Wir empfehlen einen kurzen Hinweis direkt am Foto, der sagt, was verändert wurde.
Gute Fotos und KI-Bearbeitung schließen sich nicht aus. Gerade Inserate mit hochwertigen Fotos zeigten in unserer Stichprobe oft KI-Signale.
Immopix macht den offenen Umgang einfach. Jedes bearbeitete Foto trägt einen maschinenlesbaren KI-Vermerk in den Bilddaten, dazu einen C2PA-Inhaltsnachweis, einen offenen Standard für Herkunftsangaben in Bilddateien. Beim Export setzen Sie auf Wunsch den sichtbaren Hinweis „Mit KI bearbeitet“ direkt ins Bild. Im Exposé steht standardmäßig ein Hinweis, sobald ein Foto mit KI bearbeitet wurde.
Probieren Sie es mit einem eigenen Foto aus.
Foto kostenlos verbessernSo haben wir gemessen
-
1
Inserate sammeln. Wir haben aktuelle Inserate von Immowelt und ImmoScout24 gesammelt: Wohnungen und Häuser, zum Kauf und zur Miete, aus mindestens zwölf Bundesländern.
-
2
Fotos auswählen. Pro Inserat haben wir zufällig zwei Fotos des Objekts gezogen. Grundrisse zählen nicht.
-
3
Fotos vorbereiten. Wir haben jedes Foto auf höchstens 1920 Pixel an der langen Seite verkleinert, nie vergrößert, und alle Metadaten entfernt.
-
4
Prüfen. Der Detektor gibt jedem Foto einen Wert zwischen 0 und 1.
-
5
Einstufen. Ein Inserat zählt als „wahrscheinlich“, wenn ein Foto 0,60 erreicht. Es zählt als „möglich“, wenn sein höchster Wert zwischen 0,20 und 0,60 liegt.
Details für Fachleute
- Zeitraum: 19. Juli bis 19. Oktober 2026. Viele Inserate nennen kein Veröffentlichungsdatum. Dann haben wir das Datum genutzt, an dem das Inserat angelegt wurde. „Aktuell“ heißt hier also: in diesem Zeitraum veröffentlicht oder angelegt.
- Stichprobe: 361 Inserate, davon 357 prüfbar. Bei vier Inseraten gab es keine nutzbaren Fotos. In diesen Inseraten stehen 706 geprüfte Fotos. Weil manche Fotos in mehreren Inseraten vorkommen, sind es 636 verschiedene Fotos. Wo wir über Fotos sprechen, zählt jedes Foto einmal.
- Auswahl: Die Stichprobe ist keine Zufallsauswahl aller deutschen Inserate. Welche Inserate wir erreichen konnten, hing von der Suche, der Erreichbarkeit der Seiten und unserem Budget ab. Wir haben die Auswahl nach Objektart, Kauf oder Miete und Region gestreut. Für Aussagen zu einzelnen Regionen ist sie zu klein.
- Unsicherheit: Wäre die Stichprobe zufällig, läge der Anteil der Inserate mit KI-Signalen mit 95 % Wahrscheinlichkeit zwischen 18 % und 26 % (Wilson-Intervall). Weil sie es nicht ist, ist die tatsächliche Unsicherheit größer.
- Detektor: AI or Not, Prüfung auf KI-generierte Inhalte. Die Werte sind keine Wahrscheinlichkeiten. Die Grenzwerte 0,20 und 0,60 haben wir vor der Inseratsprüfung festgelegt.
- Bildbewertung: Die Stufen 1 bis 5 stammen von der automatischen Bildbewertung von Immopix. Sie bewertet nur die zwei geprüften Fotos, nicht die ganze Galerie.
- Neubauprojekte: Inserate, die das Portal als „Projektiert“ führt. Auch bei Inseraten ohne diese Angabe steht das Gebäude nicht in jedem Fall schon.
- Doppelte Fotos: Identische Dateien zählen wir bei Fotoangaben einmal. Ähnliche, aber nicht identische Fotos haben wir nicht zusammengefasst.
- Kennzeichnung: Wir haben Beschreibungstexte und Bildunterschriften aller 361 Inserate durchsucht und jeden Treffer von Hand geprüft. Text in Bildern und PDF-Exposés haben wir nicht ausgewertet. „Kein Hinweis“ heißt deshalb nur: kein Hinweis im geprüften Text.
- Was wir nicht behaupten: Wir sagen nicht, dass ein bestimmtes Inserat KI nutzt, und wir nennen keine einzelnen Inserate. Fotos ohne Signal sind nicht automatisch unbearbeitet. Einen zeitlichen Trend messen wir nicht: Neue und ältere Inserate zeigten etwa gleich oft Signale (zwischen 18 % und 22 %).
Ausgaben
| Ausgabe | Zeitraum | Geprüfte Inserate | Mit KI-Signalen |
|---|---|---|---|
| Oktober 2026 | 19. Juli bis 19. Oktober 2026 | 357 | 22 % (14 % wahrscheinlich, 8 % möglich) |
Wir planen, die Messung mit derselben Methode zu wiederholen.