Die richtige Immobilien-Foto-App für Makler
Hinter der Frage nach der richtigen Immobilien-Foto-App stecken drei verschiedene Aufgaben: aufnehmen, bearbeiten und verändern. Dafür brauchen Sie nicht dieselbe Software, und für zwei der drei müssen Sie gar nichts installieren.
Das ist der Grund, warum die üblichen Listen mit "10 Apps für Makler" so wenig helfen. Sie werfen Terminplaner, Dokumentenscanner und Bildbearbeitung in einen Topf und beantworten am Ende keine der drei Fragen richtig.
Die kurze Antwort
| Aufgabe | Was Sie dafür brauchen | Kosten |
|---|---|---|
| Aufnehmen | Die Kamera-App, die schon auf Ihrem Handy ist | 0 € |
| Bearbeiten: Helligkeit, Ausschnitt, schiefe Wände | Snapseed oder Lightroom Mobile | 0 € bis rund 12 € im Monat |
| Verändern: Himmel, Möblierung, große Störer | Ein KI-Dienst, keine Handy-App | ab 0,60 € pro Bild |
Viele Makler suchen eine App für Aufgabe drei und landen bei einer für Aufgabe zwei. Danach sind die Fotos etwas heller, der Himmel ist immer noch grau, und die Mülltonne steht immer noch im Bild.
Aufnehmen: Die beste Foto-App haben Sie schon
Für die Aufnahme brauchen Sie keine zusätzliche App. Die Kamera Ihres Handys reicht für Objektfotos aus, und die vier Einstellungen, die am Ergebnis tatsächlich etwas ändern, sind dort schon eingebaut.
Gitternetz und Wasserwaage einschalten. Beide finden Sie in den Kamera-Einstellungen. Sie kosten nichts und verhindern den häufigsten Fehler bei Innenaufnahmen: die leicht gekippte Kamera, an der später jede Wand schief steht.
Belichtung festhalten. Tippen Sie auf die dunkelste Stelle im Raum und halten Sie den Finger kurz gedrückt, bis die Belichtung einrastet. Ohne diesen Schritt belichtet das Handy auf das helle Fenster, und der Raum wird zu dunkel.
Bleiben Sie bei 1x. Der Ultraweitwinkel mit 0,5x macht jeden Raum größer, biegt aber die Wände nach außen und zeigt damit den Grundriss falsch. Wer eine 14-Quadratmeter-Küche wie eine Wohnküche wirken lässt, bekommt bei der Besichtigung enttäuschte Interessenten und im schlimmsten Fall ein Problem mit § 5 UWG.
Nachtmodus aus. Er greift nur beim normalen Objektiv und verlangt je nach Licht eine bis dreißig Sekunden ruhige Hand, freihändig wird das Ergebnis matschig. Für Innenräume kommen Sie mit Tageslicht und einer festen Auflage in der Regel weiter.
Und fotografieren Sie quer. ImmobilienScout24 stellt Bilder im Format 4:3 quer dar und schneidet Hochformat oben und unten ab. Was Sie im Hochformat schön komponiert haben, ist im Exposé weg. Mehr zur Aufnahmetechnik steht im Leitfaden zu Immobilienfotos selber machen und in den Tipps für Immobilienfotos mit dem Smartphone.
Bearbeiten: Was kostenlose Apps auf dem Handy können
Für Helligkeit, Ausschnitt und schiefe Wände reichen kostenlose Apps aus. An dieser Stelle wird oft ein Dienst verkauft, den Sie für diese drei Dinge nicht brauchen.
| App | Plattform | Preis | Stark bei | Wo sie aufhört |
|---|---|---|---|---|
| Snapseed | iOS, Android | kostenlos | Perspektive und stürzende Linien, selektive Korrekturen | Kein Himmelaustausch, Reparatur nur für kleine Stellen, entfernt EXIF-Daten |
| Lightroom Mobile | iOS, Android | Grundfunktionen kostenlos, Abo für Sync | Belichtung, Schatten, Objektivkorrektur | Einarbeitung nötig, keine Möblierung |
| Google Fotos | iOS, Android | kostenlos, Teil der Funktionen im Abo | Kleine Störer wegradieren | Große Objekte wie Autos oder Gerüste |
| Apple Fotos | iOS | kostenlos | Kleine Störer, schnelle Korrekturen | Wie oben, plus kein Android |
| Photoshop Express | iOS, Android | kostenlos mit In-App-Käufen | Zuschnitt, Grundkorrekturen | Kein Immobilienbezug |
| Photoroom | iOS, Android | Abo | Hintergrund und Himmel, Stapelverarbeitung | Auf Produktfotos ausgelegt, nicht auf Räume |
Snapseed ist der ehrliche Tipp für den Einstieg: Das Werkzeug "Perspektive" richtet stürzende Linien in ein paar Sekunden auf, und die App kostet nichts. Die Neugestaltung der Oberfläche im Frühjahr 2026 kam bei vielen Nutzern allerdings schlecht an, und Snapseed schreibt die EXIF-Daten des Originals nicht mit. Wenn Sie Aufnahmedaten für Ihre Dokumentation brauchen, sichern Sie das Original getrennt.
Wenn Sie ohnehin lieber am Rechner arbeiten, haben wir die Desktop-Programme in einem eigenen Vergleich der Immobilien-Fotosoftware gegenübergestellt. Und wer nur schnell ein zu dunkles Bild retten will, findet die Wege dahin unter Immobilienfotos nachbearbeiten ohne Photoshop.
Verändern: Wo Handy-Apps aufhören
Den grauen Himmel gegen einen blauen tauschen, einen leeren oder veralteten Raum möblieren, ein großes Objekt wie ein Auto oder ein Baugerüst sauber entfernen: diese drei Aufgaben löst keine der Apps oben auf dem Gerät selbst. Dabei entsteht neuer Bildinhalt, und dafür ist die Rechenleistung eines Handys zu klein.
Das folgende Beispiel stammt aus unserem eigenen Testbestand. Links das Original, rechts derselbe Raum mit ausgetauschter Einrichtung.
Vorher
Nachher
Genau solche Bilder sind ab dem 2. August kennzeichnungspflichtig.
Auch die Apps, die solche Funktionen anbieten, rechnen nicht auf Ihrem Handy. Sie laden das Foto auf einen Server. Ob Sie eine App aus dem Store benutzen oder eine Website im Browser öffnen, macht technisch kaum einen Unterschied. Entscheidend ist, wer Ihre Fotos verarbeitet, wo das passiert und auf welcher vertraglichen Grundlage. Was KI-Bildbearbeitung dabei genau leistet, erklären wir im Glossar.
Was hinter den Treffern im App Store steckt
Wer im App Store nach "Immobilien Foto" sucht, bekommt Treffer mit deutschen Beschreibungstexten. Das heißt nicht, dass die App auf Deutsch bedienbar ist.
ImmoPhoto: Immobilien Kamera rangiert bei der Google-Suche nach "immobilien foto app" auf den vorderen Plätzen und verspricht 360-Grad-Rundgänge, Grundrisse, virtuelles Staging und KI-Retusche. Die Angaben im deutschen App Store: nur für iPhone, Bediensprachen Englisch und Französisch, "noch nicht genügend Bewertungen", Preise von 39,99 € im Monat bis 999,99 € im Jahr. Als Anbieter ist NUGGETS CONSULTING FZCO mit Sitz in Dubai eingetragen, die App ist seit Oktober 2025 verfügbar.
IACrea kommt aus Paris, gibt es für iOS und Android und kostet je nach Tarif ab etwa 25 € im Monat. Realty Pro Shots ist eine Kamera-App aus den USA.
Und dann gibt es die Anbieter, die viele Makler suchen und im Store nicht finden, weil sie dort gar nicht existieren. Pedra, ImmoStage, Autoenhance und InstantDeco laufen alle im Browser, ohne App. Immopix läuft ebenfalls im Browser statt als native App. Auf dem Handy können Sie den Dienst über "Zum Home-Bildschirm hinzufügen" wie eine App ablegen.
Vier Angaben lohnen den Blick, bevor Sie ein Abo abschließen: Bediensprache, Sitz des Anbieters, Anzahl der Bewertungen und der Preis für ein volles Jahr.
Was die Portale verlangen
ImmobilienScout24 nennt für das optimale Objektbild klare Vorgaben:
- Dateiformat PNG oder JPG
- Bildgröße 4:3 quer
- Auflösung 731 Pixel breit und 550 Pixel hoch
- maximale Dateigröße 50 MB
- keine Wasserzeichen, Rahmen oder Logos im Bild
731 mal 550 Pixel klingt nach wenig. Ihr Handy nimmt mit 48 Megapixeln auf, dargestellt wird ein Bruchteil davon. Megapixel sind also nicht Ihr Problem. Licht, Bildaufbau und gerade Linien sind es. Für Immowelt gelten eigene Werte, die Sie am besten direkt im Anbieterbereich Ihres Portalzugangs nachsehen, weil sie sich unterscheiden. Wie Sie Bilder gezielt für das größte Portal vorbereiten, steht unter Fotos für ImmobilienScout24 optimieren.
Womit deutsche Makler tatsächlich fotografieren
Wir haben unseren eigenen Bestand ausgewertet: 7.917 Fotos zu 905 Objekten. Bei 4.336 dieser Dateien war der Originalname der Kamera noch erhalten, sodass sich die Herkunft zuordnen ließ.
- 78 % stammen aus einem Smartphone, davon der größte Teil aus einem iPhone
- 22 % stammen aus einer Kamera
- 71 Dateien kamen über WhatsApp und waren damit schon vor der Bearbeitung komprimiert
- 51 Dateien waren Screenshots
Das Handy ist bei unseren Nutzern also der Regelfall. Über die Qualität der Aufnahmen sagen diese Zahlen nichts. Dazu gibt es eine Auswertung von PrimePhoto, die 2025 249 hochpreisige Berliner Inserate untersucht hat: Nur knapp 31 % dieser Angebote hatten akzeptable Fotos, also professionelle Aufnahmen oder solide Laienfotos zusammengenommen. Aufschlussreich ist die Verteilung nach Position. Auf den Ergebnisseiten 1 bis 3 hatten 26 % professionelle und 38 % solide Aufnahmen. Ab Seite 11 waren es 2 % und 16 %.
Eine Zahl aus unserem Bestand gefällt uns selbst nicht: Im Schnitt liegen 8,7 Fotos pro Objekt bei uns. Untersuchungen von Zillow nennen 22 bis 27 Bilder als optimal, und unter 9 Fotos sinkt die Verkaufswahrscheinlichkeit um rund 20 %. Bevor Sie über die richtige App nachdenken, machen Sie also mehr Fotos.
Ab dem 2. August: Was Sie kennzeichnen müssen
Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung. Die Faustregel für Ihre Bildbearbeitung: Zeigt das Foto danach noch dieselbe Szene, die vor der Kamera stattgefunden hat, ist es in der Regel nicht kennzeichnungspflichtig. Erzählt es etwas, das es so nie gab, schon.
| Bearbeitung | Kennzeichnung |
|---|---|
| Helligkeit, Farbe, Kontrast, Schärfe, Zuschnitt | nicht erforderlich |
| Stürzende Linien begradigen | nicht erforderlich |
| Himmel austauschen | erforderlich |
| Räume virtuell möblieren | erforderlich |
| Größere Objekte entfernen oder hinzufügen | erforderlich |
Die Pflicht liegt bei Ihnen als Verwender, nicht bei der App, und Sie können sie nicht an den Anbieter weiterreichen. Das gilt auch für kostenlose Apps: Wer mit dem magischen Radierer eine Garage aus dem Bild nimmt, hat inhaltlich verändert, unabhängig davon, was die App gekostet hat.
Dazu kommt der Datenschutz, der bei Handy-Apps oft untergeht. Immobilienfotos enthalten häufig personenbezogene Daten: Klingelschilder, Kennzeichen, Nachbargrundstücke, gelegentlich Personen. Wer solche Fotos an einen Dienstleister gibt, braucht dafür einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Artikel 28 DSGVO. Die meisten Consumer-Apps bieten so etwas nicht an. Canva zum Beispiel stellt einen Vertrag nur in den bezahlten Team- und Enterprise-Tarifen bereit, nicht im kostenlosen Zugang. Liegt der Server außerdem außerhalb der EU, kommen die Regeln zur Drittlandübermittlung dazu.
Ein Grundsatzurteil speziell zu retuschierten Immobilienfotos gibt es in Deutschland bislang nicht. Der Rahmen ergibt sich aus § 5 UWG zur irreführenden Werbung und ab August aus Artikel 50. Was das im Alltag bedeutet, haben wir in der Checkliste zur KI-Kennzeichnung für Makler Schritt für Schritt aufgeschrieben.
Immopix arbeitet DSGVO-konform und schreibt in bearbeitete Dateien Herkunftsinformationen in die EXIF-Daten. Diese Angaben sind nicht kryptografisch signiert und ersetzen einen sichtbaren Hinweis im Exposé nicht, wenn einer nötig ist.
Die Empfehlung nach Situation
| Ihre Situation | Was sich lohnt |
|---|---|
| Fotos sind brauchbar, nur zu dunkel oder schief | Snapseed, kostenlos, rund zwei Minuten pro Bild |
| Grauer Himmel, Mülltonne, parkendes Auto | KI-Dienst, Himmel austauschen ab 0,60 € pro Bild |
| Leere oder veraltete Räume | Virtuelle Möblierung, mit Kennzeichnung im Exposé |
| 30 Objekte im Jahr und mehr, Team | Dienst mit Stapelverarbeitung und Schnittstelle zum CRM |
| Premium-Objekt, hohe Provision | Fotograf vor Ort, Bearbeitung danach |
Wenn Sie das an einem eigenen Bild sehen wollen, bevor Sie irgendetwas einrichten: Unter Immobilienfoto verbessern können Sie ein Foto hochladen und das Ergebnis vergleichen, ohne Konto und ohne Kreditkarte.
Häufige Fragen
Gibt es eine kostenlose App für Immobilienfotos?
Ja. Snapseed, Google Fotos und die Foto-App von Apple kosten nichts und decken Belichtung, Zuschnitt und kleine Retuschen ab. Kostenlos sind sie allerdings nur im Funktionsumfang: Einen Auftragsverarbeitungsvertrag für die gewerbliche Nutzung bieten sie in der Regel nicht an.
Reicht ein Smartphone für Immobilienfotos aus?
Für die meisten Objekte ja. Bei den Fotos in unserem Bestand, deren Herkunft sich zuordnen ließ, stammt der größte Teil aus einem Smartphone. Auf das Ergebnis wirken sich Tageslicht und eine gerade gehaltene Kamera ohnehin stärker aus als das Kameramodell.
Welche App entfernt störende Objekte aus Fotos?
Der magische Radierer in Google Fotos und die Funktion "Bereinigen" in der Apple Foto-App entfernen kleine Störer wie einen Lichtschalter oder einen Fleck meistens sauber. Bei großen Objekten wie Autos, Mülltonnen oder Baugerüsten stoßen beide an ihre Grenzen, weil die Fläche dahinter neu erzeugt werden muss.
Kann ich mit einer App den Himmel austauschen?
Nicht auf dem Handy selbst. Apps wie Photoroom oder Canva bieten die Funktion an, laden das Bild dafür aber auf ihre Server. Speziell auf Immobilien ausgelegt sind sie nicht, weshalb Dachkanten und Fensterspiegelungen oft unsauber bleiben.
Kann ich Fotos per WhatsApp verschicken und danach hochladen?
Besser nicht. WhatsApp rechnet Bilder beim Versand herunter, und diese Qualität lässt sich später nicht wiederherstellen, auch nicht mit der besten Bearbeitung. Verschicken Sie die Aufnahmen als Datei oder legen Sie sie in einen Cloud-Ordner.