· Aktualisiert: · Marc Hendricks

KI-Bildbearbeitung für Immobilienfotos erklärt

KI-Bildbearbeitung für Immobilienfotos erklärt

Vor zwei Jahren hieß Bildbearbeitung noch Photoshop: freistellen, retuschieren, mit Ebenen arbeiten. Wer keine Erfahrung hatte, kam nicht weit. Heute erledigt KI einen großen Teil davon, und für Makler heißt das, dass professionelle Bildbearbeitung auch ohne Profi-Kenntnisse funktioniert.

Was KI-Bildbearbeitung von klassischer Bearbeitung unterscheidet

Klassische Bildbearbeitung arbeitet mit Pixeln. Sie können Helligkeit ändern, Kontrast anpassen, Farben korrigieren, zuschneiden und begradigen. Wollen Sie dagegen etwas entfernen, müssen Sie es manuell übermalen oder durch andere Pixel ersetzen, und das dauert.

KI-Bildbearbeitung setzt eine Stufe früher an: Die Software ordnet den Bildinhalt zu. Das ist ein Haus, das ein Himmel, das ein Auto davor. Auf dieser Grundlage tauscht sie Elemente aus, entfernt sie oder bessert sie auf, ohne dass Sie selbst freistellen müssen.

Was KI bei Immobilienfotos kann

Himmel austauschen

Der Klassiker, weil Deutschland im Schnitt nur 1.500 Sonnenstunden pro Jahr hat und der Himmel an vielen Fototerminen grau ist.

KI tauscht den grauen Himmel gegen blauen und erkennt dabei automatisch, wo das Gebäude aufhört und der Himmel anfängt, auch bei Bäumen oder komplizierten Dachformen. Das Licht im restlichen Bild passt sie an, damit Fassade und Rasen zur neuen Sonnenrichtung passen. In den meisten Fällen sieht das Ergebnis aus, als hätten Sie bei besserem Wetter fotografiert. Ausprobieren können Sie das, indem Sie ein Immobilienfoto kostenlos bearbeiten, mehr Hintergrund steht unter Grauen Himmel korrigieren

Vorher - Immobilie bei Schnee und grauem Himmel Vorher
Nachher - Immobilie bei Sonnenschein ohne Schnee Nachher · KI-bearbeitet

Störende Objekte entfernen

Mülltonnen, parkende Autos, Baugerüste, Stromkabel: Solche Details ziehen im Inserat oft mehr Aufmerksamkeit auf sich als das Haus dahinter.

KI entfernt diese Objekte und füllt die Stelle passend auf. Wo hinter der Mülltonne Rasen weitergeht, ergänzt sie Rasen.

Rasen und Vegetation verbessern

Brauner Rasen im Sommer, kahle Beete im Winter: KI macht das Grün satter, gleicht braune Stellen aus und sorgt für einen gepflegteren Gesamteindruck. Übertreiben sollten Sie es nicht, denn ein sattgrüner Garten im Januar fällt jedem Interessenten auf.

Helligkeit und Belichtung korrigieren

Normale Helligkeitskorrektur betrifft das ganze Bild gleichmäßig. KI arbeitet gezielter: Sie erkennt, welche Bereiche im Schatten liegen, und hellt nur diese auf. Das hilft vor allem bei Gegenlicht oder wenn das Gebäude im Schatten liegt, während der Himmel überbelichtet ist.

Schärfe und Perspektive verbessern

Ein leicht unscharfes Foto lässt sich nachschärfen, und Details kommen dabei oft zurück. Schiefe Linien durch einen ungünstigen Aufnahmewinkel richtet die Perspektivkorrektur gerade.

Virtuelle Möblierung

Leere Räume wirken oft kleiner als sie sind. KI kann Möbel reinsetzen, also Sofas, Tische, Betten und Dekoration, damit Käufer das Potenzial des Raums einschätzen können. Kennzeichnen müssen Sie das trotzdem: Der Interessent muss wissen, dass die Möbel nicht zum Objekt gehören.

Grenzen der KI-Bildbearbeitung

Was technisch nicht geht

KI kann nur mit dem arbeiten, was im Bild ist. Verbessern, korrigieren, entfernen und ersetzen geht, erfinden nicht. Sie können also nicht die andere Seite des Hauses zeigen, wenn Sie nur die Vorderseite fotografiert haben, keinen Balkon hinzufügen, der nicht existiert, und kein Zimmer größer machen, als es ist. Den Fototermin selbst ersetzt die Bearbeitung nicht.

Was Sie nicht tun sollten

Die wichtigste Frage bei jeder Bearbeitung ist, was der Käufer bei der Besichtigung vorfindet.

Temporäres können Sie korrigieren. Wetter, Schnee, die Mülltonne am Straßenrand: Bei der Besichtigung sieht das ohnehin anders aus. Permanente Mängel gehören dagegen ins Bild. Ein Riss in der Fassade, ein Feuchtigkeitsfleck oder ein beschädigtes Dach muss der Käufer sehen, und diese Stellen wegzuretuschieren wäre Täuschung.

Als Regel: Wenn es bei der Besichtigung noch da ist, sollte es auch im Bild sein. Mehr dazu unter Ist die Bearbeitung von Immobilienfotos rechtlich erlaubt?

Für wen lohnt sich das?

Ein zweiter Fototermin bei besserem Wetter kostet zwei bis drei Stunden, gerechnet mit Anfahrt, Terminkoordination und der Hoffnung, dass das Wetter diesmal hält. Nachbearbeitung in Photoshop kostet 15 bis 20 Minuten pro Bild, wenn Sie darin fit sind, und bei 20 Bildern pro Objekt summiert sich das. KI braucht dafür Sekunden pro Bild.

Der wichtigere Punkt ist aber ein anderer: Gute Fotos verkaufen Objekte schneller und zu besseren Preisen. Das lohnt sich auch für das Objekt, bei dem am Fototermin das Wetter nicht mitgespielt hat.

Die Bearbeitung ersetzt dabei keine gute Aufnahme. Perspektive, Komposition und Aufnahmezeitpunkt entscheiden weiterhin darüber, wie viel aus einem Bild herauszuholen ist. Was die KI Ihnen abnimmt, ist die Nacharbeit.


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